Es scheint wohl der neue Run zu sein: Das Studenten-VZ. Ja, ich weiß, um Geschlechtsneutralität zu wahren gibt es in Österreich keine Studenten und Studentinnen (und Studentinninnen) sondern nur Studierende. Aber das interessiert mich nicht, denn ich halte nichts von diesen umständlichen political-correctness-Ausdrücken
und Ausdrückinnen.
Auf jeden Fall ist dieses
StudiVZ ein Moloch, das aus der inzenstuösen Kreuzung zwischen Idioten-Chat und Deppen-Forum entstanden ist. Leider verhält es aber so, dass sich
fast sämtliche Leute, mit denen ich in der Uni zusammen bin, sich dort registriert haben.
"Ich finde dort Leut', die ich seit der Volksschule mit 8 Jahren nicht gesehen habe."
Toll! Aus den meisten Leuten, mit denen ich in die Volksschule gegangen bin, sind jetzt autotunende Proleten, die außer Titten und GTI nichts im Kopf haben, geworden. Ich bin froh wenn ich jede Möglichkeit, mit denen in Kontakt zu treten, vermeiden kann.
90% meiner Kollegen aus der Gymnasial-Laufbahn kann man auch zu dieser Grupper rechnen, denn die sind jetzt entweder zu eingebildeten BWL-Studenten mit rosa Polohemden und Leinenhosen geworden oder studieren auf einer FH und versuchen sich zu motivieren, indem sie mir erklären, sie hätten mit einem FH-Abschluss mehr Chancen als mit einem TU-Abschluss.
Verdammt, die Welt braucht keine Armee der
Finsternis Taxifahrern Philosophen und genauso sind Legionen an Jus-Abbrechern unnötig.
Es mag jetzt böse erscheinen, aber viele Leute, mit denen ich einmal im Gymnasium war, waren zu blöd um einen Gartenhäcksler von einem Massagegerät zu unterscheiden. Dummheit, die sich darin äußerten Saufrekorde aufzustellen anstatt etwas für seine Bildung zu tun. Gut, ich habe auch gesoffen wie ein Loch, aber das ist etwas anderes.
Arrogant wie ich bin kann ich das ja zugeben: Ich habe mehr gesoffen als alle anderen aus meiner Schulzeit. Dafür habe ich aber auch bessere Leistungen erbracht als alle anderen, insofern hebt sich das ja auf. Ich habe
dann keinen Alkohol getrunken, wenn ich unter Zeitdruck stand und ich war auch dann nicht fort, als ich für die Matura lernte. Der Teil stimmt nicht, ich habe mich am Wochenende vor meiner Reifeprüfung umgegeigt. Und am Wochenende davor. Und das Wochenende davor natürlich auch.
Der Punkt ist, dass ich nichts lernen musste solange ich in den Stunden anwesend war. Nur haben das andere Leute auch versucht und sind daran gescheitert.
Es hätte mich auf der Uni einiges gekostet, wäre ich nicht irgendwann darauf gekommen, dass man auch hin und wieder lernen sollte. Inzwischen ist es so, dass ich zeitweise für mehrere Monate keinen Alkohol trinke, weil mir der Studienerfolg wichtiger ist als Saufereien - ein Zeichen der Zeit.
Um zurückzukommen auf das StudiVZ: Wieso wollen die Leute unbedingt in Kontakt treten mit den Leuten, die sie von früher kennen? Sieht man die Vergangenheit so verklärt, dass einem die Ticks der anderen Leute nicht mehr so nervötend vorkommen?
Außerdem haben manche Studenten wirklich zuviel Zeit. Eher arbeiten! Hoppa Hoppa!