Über die Jahre habe ich eniges über Wein gelernt. Nicht, dass ich ein Profi oder Sommelier wäre, aber grundsätzliche Dinge, sei es Geschmack und Beurteilung aber auch technisches Hintergrundwissen zur Herstellung oder zur Geschichte sind da einfach über die Jahre zusammengekommen. Einerseits weil ich aus einer Weinregion komme und viele Kinder aus Weinbauernfamilien kenne, aber auch über den Gastro-Sektor in dem ich bis heute noch hin und wieder arbeite. Deswegen war ich auch gestern bei der Junkerverkostung.
Es war einfach wieder schön, all die Leute aus der Südsteiermark zu sehen, die ich einfach seit Jahren nie mehr gesehen habe. Weil ich weg bin, weg aus Leibnitz. Schade irgendwie.
Dafür habe ich aber heute einen Kater...
Ich war am Samstag Abend wieder in Leibnitz, bin aber spät in der Nacht wieder nach Graz zurückgekehrt. Und dieses Mal lief alles reibungslos. Ich habe kurz vor der Ankunft drei Fotos aus dem Rückfenster des Zuges aufgenommen und obwohl alle drei viel zu dunkel, unscharf und verrauscht sind haben die drei Bilder doch irgendwie etwas spezielles an sich. Dieses Gefühl, das ich abe, wenn ich spät in der Nacht an einem Bahnhof ankomme, wo sich am Bahnsteig nur noch eine Handvoll Leute befindet. Man macht die Tür auf und die kalte Novemberluft schlägt einem entgegen. Man hört kaum Stimmen, denn kaum jeman redet - ausser vielleicht der betrunkene Obdachlose, der am anderen Bahnsteig mit sich selber spricht. Der Atem kondesiert, und irgendwie will man hier nur weg. Irgendwohin wo es vertrauert ist, denn nichts wirklich so unvertraut und unheimlich wie ein verlassener Bahnhof in einer kalten Herbstnacht.Ich höre derzeit von vielen Kollegen, Professoren und Studenten (ich mag das Wort "Studierende" nicht - sorry) entweder komplette Solidarisierung oder Ablehnung gegenüber der #unsereuni-Bewegung. Es gibt kaum jemanden in meinem Umfeld, der etwas differenzierter darüber spricht.
Nicht mitzubekommen (zumindest in Österreich) was hier an den Universitäten passiert ist recht schwierig. Leider ist die Informationslage in den klassischen Medien furchtbar, anfangs war sie sogar stark verzerrt. Das liegt leider auch in der Struktur der Bewegung (nennen wir sie einmal so), die zwar unheimlich viele Informationen bietet, aber für Außenstehende schwer zu verstehen ist. Falls man sich aber erkundigen will - hier ein paar Artikel über die Aktionen:
- Tom Schaffer: Es ist unsere Uni
- Dominik Gubi: Ein unlöschbarer Flächenbrand. Die #unibrennt!
- Niko Alm: Hurra, hurra die #unibrennt – Politics 2.0
- Martin Blumenau: Studis und Unis. Rat und Vorwurf.
- Jana Herwig: Vom Flashmob zu #unibrennt: Kollektive Organisation in Realtime
- Klaus Werner-Lobo: Die Uni brennt, weil wir für Bildung brennen
Gut, es gibt jetzt noch sicher weitere Kommentar, aber diese sind genug um sich einen Überblick zu schaffen. Wer mehr wissen will, sucht einfach bei Twitter entweder unter dem Hashtag #unibrennt oder #unsereuni.
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