Ist Chemie bunt?

Bunte Cocktails
Eigentlich war ich ja immer etwas erbost darüber, dass sobald in Film und Fernsehen ein Chemielabor gezeigt wurde, immer nur sinnlose Sachen aufgebaut waren. Blubbernde Kolben mit bunten Flüssigkeiten, die sinnlos hin und her gepumpt wurden. Ich wurde nie müde zu erklären, dass Chemie nicht bunt ist. Der größte Teil ist farblos, unspektakulär und das Besondere offenbart sich nur im Detail.
Was ist nun? Ich baue Sensoren, die auf Fluoreszenzfarbstoffen aufbauen. Bunte Dinger, die in allen Farben leuchten. Vielleicht ist die Chemie doch nicht so unbunt, wie ich es den Leuten immer weismachen wollte. Zumindestens nicht der Teil an dem ich jetzt arbeite.

Nulpen

Sensationell, wenn man die Beschreibungen der Betreuer im IRC-Chat liest, was ihren Nulpe von Studenten alles im Praktikum falsch machen.

Pure Nerd

Wahrscheinlich hat der durchschnittliche Leser gar nichts davon, dass ich das hier schreibe. Aber ich merke, zu was für einem Nerd ich geworden bin. Ich sitze seit 30 Minuten vor dem PC und suche im Internet Informationen zu Prof. Marinov, der, wie hier zusammengefasst, behauptet, ein stabiles Element mit der Massenzahl 292 und der Ordnungzahl von 122 gefunden zu haben.
Gut, ist jetzt nicht so die Neuigkeit? Ist es, mit einer Halbwertszeit von etwas unter einer Milliarde Jahren ist das eine Sensation. Aber was noch seltsamer ist: Das Ding kommt natürlich vor!

Merkt man, wie ich zum Nerd geworden bin?

Schlaflosigkeit

Gestern war ich verdammt müde. Der Russe aus meinem Labor hatte seinen 30. Geburtstag, also gingen wir auf 2 Radler - nach denen ich schon kurz vor dem Einschlafen war. Zuhause ein wenig gegessen, dann kurz Musik gehört. Und irgendwie kam mir die Idee, ich könnte doch schlafen gehen. War gerade einmal erst 10 Uhr, aber ich freute mich heute wieder ausgeschlafen seien zu können. Was geschah?
Ich wachte um 4:30 auf. Schlief wieder ein. Wachte um 5:00 auf. Schlief wieder ein. Wachte um 5:15 auf. Schlief wieder ein. Das ging so bis 7:20 und als ich dann aufstand war ich wie gerädert. Irgendwas ist schiefgelaufen.

Gut oder schlecht?

Ist es nun gut oder schlecht, dass ich schon vorher sagen kann, dass etwas funktioniert und es dann dennoch versuche um sicherzugehen, dass ich mit meiner Annahme richtig lag?

Nackt

Ich glaube mein Schwein pfeift. Auf der Dachterasse gegenüber von mir war gerade ein Mann seine Blumen gießen. Nackt.

Balkongast

Balkongast
Spät in der Nacht höre ich Terry Riley, trinke grünen Tee mit Milch und sitze gemütlich auf meinem Balkon. Ich bin aber nicht alleine, denn ein kleiner Gast auf der Mauer zu meiner Rechten leistet mir Gesellschaft. Falls sich irgendjemand auskennt... was zum Teufel ist das für eine Spinne. Die ist nämlich gar nicht einmal so klein.

ABC3D



(via)

Die dunklen Seiten

Es gibt dunkle Seiten im Chemiestudium, von denen man erst ein paar Jahr nach Beginn hört. Über Waffen, Sprengstoffe, Nervengase und Drogen. Was man alles mit der Chemie anstellen kann ist einem aber sehr schnell bekannt.
Andere Dinge hört man erst spät, und das ist leider schlecht. Das, worüber man kaum spricht, sind Suizidfälle, die sogar recht häufig an den Eliteuniversitäten in Amerika auftreten. Vor kurzem erst fand man einen Chemiker tot in seinem Appartement auf, wiederum einer in der traurigen langen Liste. Einer der bekannteren Fälle ist Jason Altom, einer der vielversprechendsten organischen Synthesechemiker (Totalsynthese von Aspidophytin) der letzten Jahrzehnte. Er arbeitete bei E. J. Corey, dem Nobelpreisträger und derzeit wohl besten (Synthese-)Chemiker der Welt. Corey hatte, was man aber auch sagen muss, mehrere Suizidfälle in seiner eigenen Arbeitsgruppe; das ist in seinem Wikipedia-Artikel sogar in einem eigenen Kapitel vermerkt.
Ich weiß nicht was einen dazu treiben kann. Stress und Arbeitsdruck mögen Hauptfaktoren sein, aber irgendwie kann ich diese Situation nicht einmal ansatzweise verstehen und beurteilen. Ich selbst stehe in der Woche normalerweise etwa 60 Stunden im Labor - ob das zu viel ist weiß ich nicht. Ich entscheide selbst, wieviel Zeit ich aufwenden kann und auch wenn es bis spät in die Nacht dauert mache ich all das gerne. Ich könnte nicht einmal sagen, ob es unter meinen Kollegen jemanden gibt, der dadurch überfordert ist.
Ich hoffe nur, dass jeder, der sich in so einer Position findet zuerst mit Freunden oder Vertrauenspersonen redet, seine Arbeit einschränkt oder einfach aufhört, bevor er sich an Leib und Leben schadet.

Fluoreszenz und Totalreflexion

Fluoreszenz & Totalreflexion #1
Meine derzeitige Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung von spezifischen Sensorschichten und deren Messung basierend auf den beiden Eigenschaften Fluoreszenz und Totalreflexion. Hier ganz deutlich an den leuchtenden Schnittkanten der PET-Folie zu erkennen.

Vorstellungen

Es ist jetzt über einen Monat her, dass ich mir darüber Gedanken machte. Also über Sophie und all das, was passieren würde oder passieren könnte. Inzwischen nahm alles seinen Lauf, aber irgendwie ist das zwischen uns seltsam. Nachdem ich jetzt doch nicht mehr in meiner Heimatstadt wohne sondern in Graz, sie aber sehr wohl noch dort sehen wir uns so gut wie nie. Außer zwischen Samstag 15:00 und Sonntag 13:00. Und irgendwie ist mir das zu wenig. Oder reicht es.
Ich bin mir bis jetzt noch nicht im klaren was ich eigentlich will.

Wochenende

Es ist Freitag Abend, die Sonne ist längst untergegangen und ich sitze noch im Labor. Irgendetwas läuft hier falsch.

MacGyver

Spiel mit der Absorbtionsdurchflusszelle
Bei uns gehörte früher in der Volksschule jeder zu einem Lager. Insbesondere wenn es um Fernsehserien ging. Da war die "Knight Rider"-Fans, alle durchwegs sportlich und ihren gleichaltrigen Kollegen körperlich überlegen. Das waren die, die auf Pausenhof herrschten. Die, deren Freunde die meisten sein wollten, weil sie dann einfach keine Abreibungen mehr bekamen. Als nächste Abstufung gab es dann die Fans vom "A-Team". Durchaus noch aktive Kinder, aber schon etwas mehr in die Richtung bauen und basteln. Und dann kamen die Fans von "MacGyver". Zu denen gehörte ich. Ich hatte auch immer ein Schweizer Taschenmesser eingesteckt, den Kopf voller Ideen (die alle nicht funktionierten) und ewig auf der Hut vor den anderen. Auch wenn ich nicht sportlich war, ich konnte zu mindestens mit dem zarten Alter von 8 Jahren schon mit einer Stichsäge umgehen. Damit ließen sich dann zwar keine Mädls beeindrucken, tat meiner Kreativität keinen Abbruch.
Heute bin ich immer noch der gleiche Geek. Vielleicht nicht auf den ersten Blick - aber ich schleppe in meinem Rucksack immer noch alles mit mir umher. Ein großer Leatherman, ein kleiner (Pseudo-)Leatherman, das alte Schweizer Taschenmesser, Klebeband, Kabelbinder, Isolierband, Blumendraht und was weiß ich noch.
Keine Ahnung, ob die Fans von KITT oder Hannibal heutzutage besser dran sind. Ich kann dafür alles was ich kaputt mache auch wieder reparieren. Und noch viel besser: Ich kann chemische Analysensysteme erfinden. Mehr oder minder. Die Stufe mit der vorhandenen Funktionalität erreiche ich bis heute nicht. Naja, nicht oft zu mindestens.

Wann löst du dich endlich...

Wann löst du dich endlich...
Ein unpolares Polymer, ein ionischer Farbstoff, ein instabiles quarternäres Ammoniumsalz mit unpolaren Seitenketten und ein zu findendes Lösungsmittelgemisch, das gleichmäßig ohne Konzentrationsänderungen verdunstet. Ich habe Hunger.

Video-Tipp: Everlast - "White Trash Beautiful"


Blogs und das Urheberrecht

Epuron


Eigentlich...

...müsste ich schon längst in der Hölle schmoren, wenn das stimmen würde.

Faulheit

Die Faulheit kann ein wirklicher Hund sein. Nachdem ich an meinem Arbeitsplatz ein eigenes Festnetztelefon habe rufe ich jeden meiner Kollegen an. Über das Festnetz. wie zum Beispiel heute Mittag, wo ich den Kollegen, der im Raum neben mir sitzt angerufen habe, um zu fragen, was wir zum Mittagessen unternehmen sollten.
Oder ich halte über 2 Stunden E-Mail-Korrespondenz zwecks Treffen für eine Prüfung anstatt einfach nur ein Stockwerk hinunter zu gehen und mit ihr von Angesicht zu Angesicht zu reden. Dagegen muss etwas unternommen werden. Aber nicht mehr heute, dafür bin ich schon zu faul.

Finale

Heute ist das Finalspiel meines DA-Betreuers. Wir das ein Spaß, fast die gesamte Arbeitsgruppe fährt...

Stip

Nachdem ich jetzt doch schon seit 2 Monaten Diplomarbeit schreibe habe ich jetzt endlich geschafft mein Forschungsstipendium und somit meine Diplomarbeitsfinanzierung einzureichen.

Krebserregend

Woran merkt man, dass man zu lange in einem Labor arbeitet? Nun, jeder Max Mustermann würde sich schrecken - man selbst bleibt aber gelassen.

Wo ist denn das Iodmethan?
Hier.
Kann ich es kurz haben?
Ja.
(Nimmt die Flasche und geht in ein anderes Labor)
Aber pass auf - ist stark karzinogen.
Ah vergiss, was ist denn nicht krebserregend?

Nicht dass wir uns falsch verstehen - Vorsicht steht immer ganz weit vorne. Aber auch wenn vieles so stark kanzerogen ist - Kontamination bei fachgerechter Handhabung ist eher unwahrscheinlich.

Zumindestens ein Lösungsmittel ist nicht brennbar...

LM-Spalier

Halluzinogene Liftfahrt

Ich habe keine Ahnung, was gerade in diesem Miniaturlift transportiert worden ist, aber ich habe jetzt ein bisserl Kopfweh und höre rote Farben...

Kleine Glücksmomente

Eigentlich kann ich ja soviel Polymer einwiegen soviel ich will - ich kann ja ganz einfach die Massen der dazugehörigen Kompononenten ausrechnen. Aber es freut mich immer wieder, wenn ich es schaffe genau 100,0 mg einzuwiegen.

Of Course I Drink A Lot - I'm Italian

Vor langer langer Zeit war ich in Amerika. Eigentlich ist das jetzt nicht so lange her, es war im letzten Sommer. Für zwei Monate zwecks eines Forschungsprojektes an der University of Syracuse. Dafür gab es sogar einen eigenen Blog, der inzwischen verstaubt.
Worauf ich aber hinaus will ist, dass wir - 2 gute Freunde und Kollegen mit mir - fast die ganze Zeit nicht mit unseren österreichischen Kollegen (vulgo Spaßbremsen) unterwegs waren, sondern soziale Kontakte zu den Einheimischen pflegten und regelmäßig Pubs, Bars, Clubs, Lounges und was es sonst noch gab aufsuchten. Darunter fand sich auch Joe, ein bodybuilding-begeisteter Chemiestudent aus Los Angeles, dessen Vorfahren aus Süditalien stammten.
Joe kommt eigentlich aus Seattle, ist aber der richtige Sunnyboy aus Kalifornien. Beim Sit-Ins in unserem Appartement spielte er für die anwesenden Frauen "Layla" von Eric Clapton auf der Gitarre - und nachdem sie gegangen waren spezielle Songs von Tenacious D für den betrunkenen Rest. Täglich für mindestens 90 Minuten im Gym und immer auf sein Aussehen bedacht.
Und er war auch einer meiner ersten Facebook-Freunde, immerhin wurde ich da nur Mitglied um mit den Amerikanern auch nach meiner Heimreise Kontakt zu halten. Joe war unter anderem Mitglied in einer Gruppe namens Of Course I Drink A Lot - I'm Italian, schließlich war er sich seiner alteuropäischen Wurzeln bewusst. Derer sind sich übrigens mehr Amis bewusst als man glauben mag.
Oft genug hört man drüben, dass das Bier so schwach und europäisches Bier zwar teurer aber viel besser sei. Und weil unser Hopfentee so stark ist rühmte sich auch Joe, dass er dank seiner europäischen Wurzeln mehr vertrage als der Durchschnittsamerikaner. Bis wir kamen.

An einem Abend fuhren wir ins Daisy Dukes, einer Country&Western-Bar mit Bardamen, die einen ansprechenden Mix aus "Coyote Ugly", Jenna Jameson und Gisele Bündchen darstellten. Der Abend begann, wie jeder begann - mit Alkohol. Bis zu dem Moment, als Joe meinte, wir sollten einen Shot trinken. Er, ich und 3 weitere Kollegen gingen an die Bar - und jeder zahlte eine Runde. Auf einmal. Irgendwie war ihm das wohl nicht bewusst, denn immerhin sah er 2 Minuten und 5 Shots später um einige Jahre älter aus.
Der Abend verging, es kam hier ein Shot dazu, dort noch ein Vodka Lemon und dann vielleicht mal wieder ein Bier. Wir waren guter Dinge, ich tanzte mit meiner Bolivianerin die in Miami Chemie studierte und wir machten Party. Joe war dann später so illuminiert, dass ich im Clubteil der Bar mit ihm als Dame zu "Time Of My Life" aus Dirty Dancing tanze, sodass mir alle anderen Amerikaner zu meinen Drehfiguren applaudierten. Spätestens dort wurde uns allen klar, dass Joe seinen Punkt der einwandfreien Wahrnehmung längst überschritten hatte - und das obwohl wir mehr oder minder nüchtern waren. Naja, nicht ganz - leicht angeheitert würde es besser treffen. Der Abend endete, als um 2 die Bar zusperrte, wir unser Bier leerten, Joe (der inzwischen im Delirium auf einem Sofa schlief) hinaustrugen und uns ein Taxi in unserer Appartements nahmen.
Keine 4 Stunden - Sonntag Morgen - später trafen wir uns bei einem Reisebus, der uns zu einem Tagesausflug zu den Niagarafällen fuhr. Wir kamen, etwas übermüdet aber rechtzeitig an. Joe hingegen war 20 Minuten zu spät und zog seine Bettdecke und sein Kopfpolster hinter sich her. Er bezog einen Doppelsitz im Bus nachdem er sich vor Abfahrt noch im Busklo in Regurgitation übte. Im Park der Niagarafälle störte er schlafenderweise noch ein Hochzeitsfoto und verpasste mehr oder minder sämtliche Highlights des Tages.

(Oh mein Gott, warum komme ich nicht zum Punkt...)

Am Montag war Joe fit, er erwähnte nichts von seiner Blamage und wir als Ehrenmänner schwiegen auch darüber. Etwas fiel uns aber sofort auf: Joe war aus jener Facebook-Gruppe ausgestiegen.
Ich schreibe derzeit aus einem anderen Grund über Joe - er war nämlich jener, der (abgesehen von einer verwirrten SMS) mir die homoerotischste Botschaft aller schrieb. Nach Ende des Froschungsprogrammes musste er früh seinen Flug erwischen und wir sahen uns nach dem Abschlussbankett nicht mehr wieder. Deswegen schrieb er mir auf Facebook:
Hey sweetie, I didn't get a chance to say goodbye. : - ( I miss you already. Hope your trip is amazing. Talk to you soon big guy

Filmplanung

So, ich habe mir jetzt mal einen Plan zusammengestellt welche Filme ich mir in nächster Zeit und diesem Jahr im Kino ansehen will. Leider ist die Liste länger geworden als ich dachte. Wird wahrscheinlich einige Zeit dauern bis ich alles durch habe.

Kleidung nach dem Tode

"You'll be buried in the clothes that you never wore"
(Du wirst in Kleidung begraben, die du nie getragen hast)


aus: Tom Waits - "It's over"

Immer wieder Montag

Irgendwie kann das ganze gar nichts. Ich habe am Wochenende so einen Spass gehabt, erlebt wie mein Bruder seinen 26. Geburtstag feiert und dabei an seine Grenzen stößt. Und ich habe mich mit dem alten Kern der Volleyballer getroffen und ganz ruhig und gesittet Spaß gehabt. Beim Pizzaessen und zusammensitzen.
Aber was ist heute. Ich habe Muskelkater vom Trainieren gestern, ich bin müde, es regnet, mir ist kalt. Der dritte Kaffee in Folge hilft nicht - weder gegen die Kälte noch gegen die Müdigkeit. Ich glaube, dass ich den Lock-In Verstärker abgeschossen habe, meine Messungen sind für A und F und überhaupt und sowieso.
Dafür hatte ich am Wochenende irgendwie eine seltsame Ahnung. Ich muss beizeiten einmal darüber schreiben, bin mir aber noch nicht sicher wie ich das am Besten ausdrücken soll. Und wie ich damit umgehen soll.

Nespresso Professional - Espresso Forte

Nespresso Professional - Espresso Forte
In Amerika gab es diesen grob geriebenen "Ground"-Kaffee, schlecht und wie altes Maschinenöl. Hier im Labor gibt es zumeist so einfache Kaffee-Vollautomaten. Und in meiner Arbeitsgruppe gibt es etwas sensationelles - nicht Nespresso! Nein, "Nespresso Professional"... weltklasse!

White Unicorn


Entspannungsarbeit

Entspannungsarbeit
Ein langer Tag, viel zu tun, viel zu viel Kaffee und total übermüdet nach Hause. Was macht man da? Ganz einfach: Nudeln mit Basilikum-Tomaten-Sahne-Sauce in eine Schüssel, ein gemütlicher Platz auf dem Sofa und dazu von Dmitri Shostakovich "Suite Für Varieté-Orchester Nr. 1; VII - Waltzer Nr. 2 In C-Moll Und Es-Dur".
Entspannung Pur.

Transit

Es ist eingentlich etwas, was ich gerne vermeide. Ich bin nämlich täglich am Pendeln. Mehrere Male. Mein Büroplatz und mein Arbeitsplatz für Synthesen und Vorbereitungen sind im Chemiehauptgebäude, meine Messungen aber muss ich in einem anderem Gebäude durchführen in dem die zentrale Gasversorgung samt elektronischen Flussreglern und der Lock-In Verstärker steht. Und der Weg zwischen den beiden Gebäuden ist einfach unnötig und zeitraubend.
Das, was mir aber jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht treibt sind die ängstlichen und schockierten Gesichter der Passanten, wenn ich mit Flaschen, Fässern oder anderen Gefäßen von einem Gebäude zum anderen spaziere. Insbesondere dann, wenn auf den Gefäßen irgendwelche furchteinflößenden Gefahrensymbole aufgedruckt sind. So wie zum Beispiel "Reizend". Ein Spass.

Besser?

Ich traf mich gestern noch mit ihr, der ich erzählt habe, was ich damals gesehen hatte. Alles. Ohne Zusätze und ohne etwas auszulassen. Es war nicht einfach und ich bin mir sicher, dass sie wütend oder enttäuscht über mich war. Ich weiß nicht, warum ich nicht so ehrlich gewesen bin und es ihr gesagt habe. Ich kann mich jetzt in Ausflüchte stürzen - dass ich nicht der Buhmann sein wollte, dass es mich nichts anginge - wirklich besser fühle ich mich dadurch auch nicht.
Ich treffe am Samstag auf alle, und ich habe mich schon darauf vorbereitet die Konsequenzen zu tragen.

Böses Blut

Das wird noch böses Blut geben. Wirklich böses Blut. Ich habe vor meiner Zeit in Amerika beim Fortgehen in meinem Heimatdorf etwas gesehen, was ich nicht hätte sehen sollen. Einen Bekannten mit einer Bekannten, doch seine Freundin war zu jenem Zeitpunkt nicht einmal am europäischen Festland. Und mein Heimatdorf liegt in Österreich - also ziemlich sicher europäisches Festland. Und jetzt flammt diese Geschichte wieder auf.
Das gibt böses Blut. Ich weiß nicht wie böses, aber es wird einiges auf mich zukommen. Ich habe mich raus gehalten, weil ich einerseits ihn als wirklich guten Freund sehe, andererseits dachte ich mir immer, dass es das ehrliche und anständige wäre es ihr zu sagen. Und jetzt sitzt sie vor ihrem Chat und fragt mich aus.
Das wird Probleme geben.

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