Mittwoch, 30. April 2008

Ist Chemie bunt?

Bunte Cocktails
Eigentlich war ich ja immer etwas erbost darüber, dass sobald in Film und Fernsehen ein Chemielabor gezeigt wurde, immer nur sinnlose Sachen aufgebaut waren. Blubbernde Kolben mit bunten Flüssigkeiten, die sinnlos hin und her gepumpt wurden. Ich wurde nie müde zu erklären, dass Chemie nicht bunt ist. Der größte Teil ist farblos, unspektakulär und das Besondere offenbart sich nur im Detail.
Was ist nun? Ich baue Sensoren, die auf Fluoreszenzfarbstoffen aufbauen. Bunte Dinger, die in allen Farben leuchten. Vielleicht ist die Chemie doch nicht so unbunt, wie ich es den Leuten immer weismachen wollte. Zumindestens nicht der Teil an dem ich jetzt arbeite.

Dienstag, 29. April 2008

Nulpen

Sensationell, wenn man die Beschreibungen der Betreuer im IRC-Chat liest, was ihren Nulpe von Studenten alles im Praktikum falsch machen.

Pure Nerd

Wahrscheinlich hat der durchschnittliche Leser gar nichts davon, dass ich das hier schreibe. Aber ich merke, zu was für einem Nerd ich geworden bin. Ich sitze seit 30 Minuten vor dem PC und suche im Internet Informationen zu Prof. Marinov, der, wie hier zusammengefasst, behauptet, ein stabiles Element mit der Massenzahl 292 und der Ordnungzahl von 122 gefunden zu haben.
Gut, ist jetzt nicht so die Neuigkeit? Ist es, mit einer Halbwertszeit von etwas unter einer Milliarde Jahren ist das eine Sensation. Aber was noch seltsamer ist: Das Ding kommt natürlich vor!

Merkt man, wie ich zum Nerd geworden bin?

Mittwoch, 23. April 2008

Gut oder schlecht?

Ist es nun gut oder schlecht, dass ich schon vorher sagen kann, dass etwas funktioniert und es dann dennoch versuche um sicherzugehen, dass ich mit meiner Annahme richtig lag?

Dienstag, 22. April 2008

Nackt

Ich glaube mein Schwein pfeift. Auf der Dachterasse gegenüber von mir war gerade ein Mann seine Blumen gießen. Nackt.

Balkongast

Balkongast
Spät in der Nacht höre ich Terry Riley, trinke grünen Tee mit Milch und sitze gemütlich auf meinem Balkon. Ich bin aber nicht alleine, denn ein kleiner Gast auf der Mauer zu meiner Rechten leistet mir Gesellschaft. Falls sich irgendjemand auskennt... was zum Teufel ist das für eine Spinne. Die ist nämlich gar nicht einmal so klein.

Montag, 21. April 2008

ABC3D



(via)

Die dunklen Seiten

Es gibt dunkle Seiten im Chemiestudium, von denen man erst ein paar Jahr nach Beginn hört. Über Waffen, Sprengstoffe, Nervengase und Drogen. Was man alles mit der Chemie anstellen kann ist einem aber sehr schnell bekannt.
Andere Dinge hört man erst spät, und das ist leider schlecht. Das, worüber man kaum spricht, sind Suizidfälle, die sogar recht häufig an den Eliteuniversitäten in Amerika auftreten. Vor kurzem erst fand man einen Chemiker tot in seinem Appartement auf, wiederum einer in der traurigen langen Liste. Einer der bekannteren Fälle ist Jason Altom, einer der vielversprechendsten organischen Synthesechemiker (Totalsynthese von Aspidophytin) der letzten Jahrzehnte. Er arbeitete bei E. J. Corey, dem Nobelpreisträger und derzeit wohl besten (Synthese-)Chemiker der Welt. Corey hatte, was man aber auch sagen muss, mehrere Suizidfälle in seiner eigenen Arbeitsgruppe; das ist in seinem Wikipedia-Artikel sogar in einem eigenen Kapitel vermerkt.
Ich weiß nicht was einen dazu treiben kann. Stress und Arbeitsdruck mögen Hauptfaktoren sein, aber irgendwie kann ich diese Situation nicht einmal ansatzweise verstehen und beurteilen. Ich selbst stehe in der Woche normalerweise etwa 60 Stunden im Labor - ob das zu viel ist weiß ich nicht. Ich entscheide selbst, wieviel Zeit ich aufwenden kann und auch wenn es bis spät in die Nacht dauert mache ich all das gerne. Ich könnte nicht einmal sagen, ob es unter meinen Kollegen jemanden gibt, der dadurch überfordert ist.
Ich hoffe nur, dass jeder, der sich in so einer Position findet zuerst mit Freunden oder Vertrauenspersonen redet, seine Arbeit einschränkt oder einfach aufhört, bevor er sich an Leib und Leben schadet.

Fluoreszenz und Totalreflexion

Fluoreszenz & Totalreflexion #1
Meine derzeitige Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung von spezifischen Sensorschichten und deren Messung basierend auf den beiden Eigenschaften Fluoreszenz und Totalreflexion. Hier ganz deutlich an den leuchtenden Schnittkanten der PET-Folie zu erkennen.

Freitag, 18. April 2008

Wochenende

Es ist Freitag Abend, die Sonne ist längst untergegangen und ich sitze noch im Labor. Irgendetwas läuft hier falsch.

Donnerstag, 17. April 2008

Wann löst du dich endlich...

Wann löst du dich endlich...
Ein unpolares Polymer, ein ionischer Farbstoff, ein instabiles quarternäres Ammoniumsalz mit unpolaren Seitenketten und ein zu findendes Lösungsmittelgemisch, das gleichmäßig ohne Konzentrationsänderungen verdunstet. Ich habe Hunger.

Video-Tipp: Everlast - "White Trash Beautiful"


Mittwoch, 16. April 2008

Blogs und das Urheberrecht

Dienstag, 15. April 2008

Epuron


Eigentlich...

...müsste ich schon längst in der Hölle schmoren, wenn das stimmen würde.

Freitag, 11. April 2008

Finale

Heute ist das Finalspiel meines DA-Betreuers. Wir das ein Spaß, fast die gesamte Arbeitsgruppe fährt...

Donnerstag, 10. April 2008

Stip

Nachdem ich jetzt doch schon seit 2 Monaten Diplomarbeit schreibe habe ich jetzt endlich geschafft mein Forschungsstipendium und somit meine Diplomarbeitsfinanzierung einzureichen.

Krebserregend

Woran merkt man, dass man zu lange in einem Labor arbeitet? Nun, jeder Max Mustermann würde sich schrecken - man selbst bleibt aber gelassen.

Wo ist denn das Iodmethan?
Hier.
Kann ich es kurz haben?
Ja.
(Nimmt die Flasche und geht in ein anderes Labor)
Aber pass auf - ist stark karzinogen.
Ah vergiss, was ist denn nicht krebserregend?

Nicht dass wir uns falsch verstehen - Vorsicht steht immer ganz weit vorne. Aber auch wenn vieles so stark kanzerogen ist - Kontamination bei fachgerechter Handhabung ist eher unwahrscheinlich.

Zumindestens ein Lösungsmittel ist nicht brennbar...

LM-Spalier

Halluzinogene Liftfahrt

Ich habe keine Ahnung, was gerade in diesem Miniaturlift transportiert worden ist, aber ich habe jetzt ein bisserl Kopfweh und höre rote Farben...

Mittwoch, 9. April 2008

Kleine Glücksmomente

Eigentlich kann ich ja soviel Polymer einwiegen soviel ich will - ich kann ja ganz einfach die Massen der dazugehörigen Kompononenten ausrechnen. Aber es freut mich immer wieder, wenn ich es schaffe genau 100,0 mg einzuwiegen.

Filmplanung

So, ich habe mir jetzt mal einen Plan zusammengestellt welche Filme ich mir in nächster Zeit und diesem Jahr im Kino ansehen will. Leider ist die Liste länger geworden als ich dachte. Wird wahrscheinlich einige Zeit dauern bis ich alles durch habe.

Dienstag, 8. April 2008

Kleidung nach dem Tode

"You'll be buried in the clothes that you never wore"
(Du wirst in Kleidung begraben, die du nie getragen hast)


aus: Tom Waits - "It's over"

Sonntag, 6. April 2008

Nespresso Professional - Espresso Forte

Nespresso Professional - Espresso Forte
In Amerika gab es diesen grob geriebenen "Ground"-Kaffee, schlecht und wie altes Maschinenöl. Hier im Labor gibt es zumeist so einfache Kaffee-Vollautomaten. Und in meiner Arbeitsgruppe gibt es etwas sensationelles - nicht Nespresso! Nein, "Nespresso Professional"... weltklasse!

Mittwoch, 2. April 2008

White Unicorn


Entspannungsarbeit

Entspannungsarbeit
Ein langer Tag, viel zu tun, viel zu viel Kaffee und total übermüdet nach Hause. Was macht man da? Ganz einfach: Nudeln mit Basilikum-Tomaten-Sahne-Sauce in eine Schüssel, ein gemütlicher Platz auf dem Sofa und dazu von Dmitri Shostakovich "Suite Für Varieté-Orchester Nr. 1; VII - Waltzer Nr. 2 In C-Moll Und Es-Dur".
Entspannung Pur.

Transit

Es ist eingentlich etwas, was ich gerne vermeide. Ich bin nämlich täglich am Pendeln. Mehrere Male. Mein Büroplatz und mein Arbeitsplatz für Synthesen und Vorbereitungen sind im Chemiehauptgebäude, meine Messungen aber muss ich in einem anderem Gebäude durchführen in dem die zentrale Gasversorgung samt elektronischen Flussreglern und der Lock-In Verstärker steht. Und der Weg zwischen den beiden Gebäuden ist einfach unnötig und zeitraubend.
Das, was mir aber jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht treibt sind die ängstlichen und schockierten Gesichter der Passanten, wenn ich mit Flaschen, Fässern oder anderen Gefäßen von einem Gebäude zum anderen spaziere. Insbesondere dann, wenn auf den Gefäßen irgendwelche furchteinflößenden Gefahrensymbole aufgedruckt sind. So wie zum Beispiel "Reizend". Ein Spass.