Vielleicht hat das ja nichts zu bedeuten. Oder vielleicht doch. Aber es kommt mir irgendwie seltsam vor, dass mir andere Institute immer noch vorschlagen bei ihnen Diplomarbeit und Disseration zu schreiben, obwohl ich schon vor 3 Wochen mit der Diplomarbeit begonnen habe.
Am Freitag war ich ja noch guter Dinge: Meine Messung funktionierte wie im Lehrbuch. Kennlinien, als hätte man sie berechnet und per PC gezeichnet. Eigentlich nicht chemisch, eher schon mathematisch lief das alles ab. Am Montag brachte ich meine Geräte in den Nebenraum, um nicht mehr so weit zum Messgerät gehen zu müssen. Am Dienstag war ich übermüdet und machte theoretische Dinge. Mittwochs startete ich eine Messung, die über Nacht lief. Und heute?
Gestern traf ich mich mit ein paar Kollegen auf ein paar Gläschen Wein, also habe ich erst einmal verschlafen. Und unwohl ist mir auch seitdem. Dann legt mir dir Frau beim Spar in mein Mittagsessenssemmel 150 Gramm Käse hinein.
Und zu guter Letzt habe ich verrauschte Spektren mit variierender Basislinie, die alle nicht das zeigen, was sie sollten. Wenn ich heimkomme habe ich Magengeschwür.
Gestern traf ich mich mit ein paar Kollegen auf ein paar Gläschen Wein, also habe ich erst einmal verschlafen. Und unwohl ist mir auch seitdem. Dann legt mir dir Frau beim Spar in mein Mittagsessenssemmel 150 Gramm Käse hinein.
Und zu guter Letzt habe ich verrauschte Spektren mit variierender Basislinie, die alle nicht das zeigen, was sie sollten. Wenn ich heimkomme habe ich Magengeschwür.
"Du, ich muss dir heute Nachmittag für 2 Stunden die Internetverbindung kappen."
"Wenn du das machst schieße ich dich auf den Mond."
"Hab' ich mir fast gedacht."
"Nein weiter noch, sogar auf den Mars... wart mal: [zählt auf] Merkus - Venus - Erde - Mars. Doch passt: bis auf den Mars."
Letzte Woche war wunderbar. Das Essen im mongolischen Restaurant, das DVD-Abend und die Nacht mit Beate, das Treffen mit Marie, die Bierrunde mit den spanischen Besuchern, die Lokalrunde in der Heimat - was will man mehr. Nur stellt sich dadurch, dass ich letzte Woche nur für die Diplomarbeit gearbeitet habe und am Abend auf Achse war, ein kleines Problem: Morgen um 10:00 habe ich Prüfung, ich lerne gerade einmal seit 4 Stunden und habe erst 50% des Inhaltes der Vorlesung durchgearbeitet. Das heisst es bleiben mir noch mindestens 4 Stunden Lernzeit, dazu 4 Stunden für Essen, Duschen und Schlafen. Na, dass wird ein Spass morgen.
Dafür habe ich morgen einen eigenen Weckdienst: Simone weckt mich. Per Anruf.
Dafür habe ich morgen einen eigenen Weckdienst: Simone weckt mich. Per Anruf.
Also, ich muss derzeit mit Prüfgas messen. Das ist eine Gasmischung mit einer ganz bestimmten Konzentration, die ich durch eine Durchflusszelle strömen lassen muss, um Absorbtionsveränderungen festzustellen. Auf jeden Fall ist das Gas trocken, es muss aber feucht sein. Ich habe ein paar Versuche gemacht, die Apparatur zu verbessern - nie hat es geklappt. Am Freitag kam mir eine Idee hinsichtlich eine Konstruktion samt Pumpe und Reservoir. Und es hat geklappt.
Das allein macht mich nicht so glücklich, vielmehr ist es der Umstand, dass der Assistent Professor aus Spanien, der für einen Monat mit seinem Dissertanten hier forscht, gefragt hat, ob er die Konstruktion übernehmen darf.
Die Konstruktion, die ich aus Schlauchresten, Kabelbinder und Klebeband zusammengezimmert habe.
Das allein macht mich nicht so glücklich, vielmehr ist es der Umstand, dass der Assistent Professor aus Spanien, der für einen Monat mit seinem Dissertanten hier forscht, gefragt hat, ob er die Konstruktion übernehmen darf.
Die Konstruktion, die ich aus Schlauchresten, Kabelbinder und Klebeband zusammengezimmert habe.
Mein schönes neues Bild. Ich habe das Bild vor Monaten bei IKEA gesehen und ich wollte es - trotz des stolzen Preises haben. Nach einem Abend auf einem Ball, wo ich ungewöhnlich viel Trinkgeld verdient hatte, habe ich es mir doch geleistet.
Dort auf dem Platz vor dem Flatiron Building war ich diesen Sommer, und daneben im Park aß ich ein paar Hot Dogs. Und dort bei einer Subway-Station stand auch ein Bibelverkäufer, der das Ende der Welt ausrief.
Dort auf dem Platz vor dem Flatiron Building war ich diesen Sommer, und daneben im Park aß ich ein paar Hot Dogs. Und dort bei einer Subway-Station stand auch ein Bibelverkäufer, der das Ende der Welt ausrief.
Heute haben wir eine riesige Auswahl, wir stellen unseren spanischen Gästen auf der Uni sozusagen das Würstl-Sortiment vor: Frankfurter, Debreziner, Krainer und Käsekrainer, Weißwürste und andere. Mal sehen, wie es denen schmeckt.
"Ich wünsche mir an manchen Tagen, einfach nicht alleine aufstehen zu müssen"
"Ich helfe dir dabei sooft ich kann"
Sie ist weg. Gabi ist nun auf dem Weg nach Flo renz, für ein Semester. Gestern gab es dazu in einem mongolischen Restaurant das Abschiedsessen, mit einem Koch der das Essen fix und fertig alles vor der Nase zubereitet. Ganz ganz gut. Nach dem ich mit ihr die Zeit beim Road-Trip, ihrem Geburtstag, der Glühweinfeier, Utes Geburtstag und sonst noch verbracht habe, hatte ich es nicht zusammengebracht eine Situation zu finden, die persönlich geworden wäre.
Am Samstagabend unterhielt ich mich mit Chemo, und ich wurde wütend. Wütend auf mich selber, da ich bei der einzigen Frau, die mir in letzter Zeit nicht aus dem Kopf geht, unfähig bin, etwas halbwegs normales zu sagen. Ich dachte noch am Samstagabend, dass ich es gestern versuchen sollte. Einen Moment finden, etwas sagen. Als wir aber dann gestern am Tisch saßen sollte alles nicht so sein. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich über die Monate hinweg alles vergeigt habe.
Es ärgert mich. Es ärgert mich, dass ich in dieser Hinsicht so unfähig bin. Aber irgendwie war es wohl die richtige Entscheidung. Es war richtig, sie ziehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Spaß in Italien hat, und wer weiß wie das Leben aussieht, wenn sie zurückkommt. Besser ist es.
Am Samstagabend unterhielt ich mich mit Chemo, und ich wurde wütend. Wütend auf mich selber, da ich bei der einzigen Frau, die mir in letzter Zeit nicht aus dem Kopf geht, unfähig bin, etwas halbwegs normales zu sagen. Ich dachte noch am Samstagabend, dass ich es gestern versuchen sollte. Einen Moment finden, etwas sagen. Als wir aber dann gestern am Tisch saßen sollte alles nicht so sein. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich über die Monate hinweg alles vergeigt habe.
Es ärgert mich. Es ärgert mich, dass ich in dieser Hinsicht so unfähig bin. Aber irgendwie war es wohl die richtige Entscheidung. Es war richtig, sie ziehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Spaß in Italien hat, und wer weiß wie das Leben aussieht, wenn sie zurückkommt. Besser ist es.
So, die Spanier sind da. Die beiden sind von der Universität von Granada und betreiben dort Molecular Imprinting. Sie bleiben jetzt mal 4 Wochen hier, und versuchen unser Forschungsgebiet mit ihrem zu verbinden. Englisch können die beiden einwandfrei und jetzt führe ich sie mal durch ihr Labor. Und dann kann ich noch einen Druckminderer auftreiben...
So, ich habe jetzt meine Laborbank aufgeräumt. Es war eine Heidenarbeit, ich brauchte eine halbe Flasche Waschaceton und fast ein Rolle Küchenrolle. Es hat sich aber gelohnt. Dafür fühlt sich jetzt aber der Russe genötigt. Da meine Laborbank so sauber ist fühlt er sich jetzt genötigt seine ebenfalls ein wenig aufzuräumen. Es sagte, es sei ihm zuviel "Kontrast".
Es ist wirklich Zeit, dass wir ein neues Chemie-Gebäude bekommen. Als ich damals - das klingt nach einer Geschichte, die von einem Opa seinen Enkeln erzählt wird - 2003 zu studieren begann, hieß es, dass die Planung des neuen Gebäudes abgeschlossen sei und der Bau kurz bevor stehe. Am 11.12.2007 wurde die Bautafel installiert, jetzt im Februar folgt der erste Spatenstich. Also, das wird noch auf sich warten lassen. Was sagt mir aber, dass wir ein neues Gebäude brauchen? Nun, die 4 (!) Wasserrohrbrüche in diesem Jahr. Und damit meine ich nicht die letzten 365 Tage, sondern die Zeit seit dem 1.1.2008! In den letzten 45 Tagen gab es in unserem Gebäude 4 Wasserrohrbrüche. Und nun hat es auch die Stromleitung in unserem Aufenthaltsraum erwischt. Und die Kaffeemaschine funktioniert nicht ohne Strom. Mir wäre es egal, sie auch im Labor zu betreiben, aber irgendwie scheut es den Rest der Gruppe. Insbesondere deswegen, weil das Labor nicht wirklich klinisch rein ist. Und schon gar nicht frei von gefährlichen oder toxischen Chemikalien. Mal sehen.
...denn die uralten Fenster dürfen aufgrund des Denkmalschutzes nicht ausgebaut werden. Keine Fassadenveränderungen. Und mein Arbeitsplatz ist direkt davor. Kann man nichts machen - rechts steht eh ein kleiner Heißluft-Ventilator. Und links mein eigenes Telefon. Nun, das wird für die nächsten 6 Monate mein Arbeitsplatz sein.
Varian wird sich freuen. Ich stehe mit meinem Chef vor einem scannenden Spektrophotometer und wir tippen die ganze Zeit in den Einstellungen herum. Warum? Nun, der PC kann die Hilfedatei nicht finden und die Eingabefelder im Einstellungsfenster sind so ungenau beschriftet, dass man selbst mit viel Phantasie nicht errät, was man wo eingeben muss. Schlussendlich stehen wir, tippen, messen, brechen ab, bessern aus, messen neu, brechen ab - und so weiter. Trial and Error.
Falls die Maschine das überlebt bekomme ich heute mein ersten PoC. Mehr oder minder. Oder eigentlich nicht.
Falls die Maschine das überlebt bekomme ich heute mein ersten PoC. Mehr oder minder. Oder eigentlich nicht.
Nun, trotz aller Schwierigkeiten gestern habe ich es dennoch geschafft. Ich habe mit einer falschen Mengenangabe einer Diplomantin gekämpft, mit einer großen Rolle Mylar-Folie und schlussendlich habe ich es geschafft auf meinen Folienstücken eine 10 µm dicke Schicht eines Farbstoffcocktails für einen Ammoniaksensor aufzubringen. Chapeau!
Ich habe nun mit meiner Diplomarbeit begonnen, und es gibt schon die ersten Probleme. Damit meine ich nicht, dass die meisten Leute hier nicht wissen, wo welche Chemikalie zu finden ist. Das macht mir nichts aus, es ist immerhin besser als die Situationen, in denen der Platz bekannt, aber die Chemikalie eben nicht an jenem ist. VIel mehr stört mich, dass meine Arbeitsbank so zugeräumt, zugemüllt under verdreckt ist, dass ich eigentlich diese Woche nichts anderes zu tun hätte, als sie zu säubern. Ich werde mal mit den anderen reden...
Heute war ich schon um 8:00 in meiner doch noch sehr leeren und staubigen Wohnung. Es kamen ein paar Handwerker, die die neuen Türen brachten. Ich dachte eigentlich, das würde sich nur auf Türen beschränken, aber dem war nicht so. Es waren neue Türen und neue Zargen, was eine Arbeitsdauer von mehreren Stunden bedeutete.
Und bevor ich nur so fad wartete entschloss ich mich ein paar Möbel aufzubauen. Eigentlich stellt mich IKEA nie vor Herausforderungen, aber heute war dem nicht so. Derzeit stehen eine Kommode, 4 Stühle, ein Tisch, ein Garderobenständer, eine Lampe und ein Sofa fertig aufgebaut in der Wohnung. Das Problem war: Ich hatte nur einen Leatherman und ein kleines schweizer Taschenmesser zur Montage. War zwar anstregend, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Morgen kommt noch der Rest dran, dazu Putzen. Am Mittwoch mein Bett und zwei Schränke; Donnerstag und Freitag Fotos und anderes und dann sollte ich drin wohnen können. Mal sehen.
Und bevor ich nur so fad wartete entschloss ich mich ein paar Möbel aufzubauen. Eigentlich stellt mich IKEA nie vor Herausforderungen, aber heute war dem nicht so. Derzeit stehen eine Kommode, 4 Stühle, ein Tisch, ein Garderobenständer, eine Lampe und ein Sofa fertig aufgebaut in der Wohnung. Das Problem war: Ich hatte nur einen Leatherman und ein kleines schweizer Taschenmesser zur Montage. War zwar anstregend, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Morgen kommt noch der Rest dran, dazu Putzen. Am Mittwoch mein Bett und zwei Schränke; Donnerstag und Freitag Fotos und anderes und dann sollte ich drin wohnen können. Mal sehen.
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