Anregung von Nilz
Eigentlich ist es ein nettes Pub. Nicht zu klein, ein wenig dunkel, ein Pooltisch, Internet, Bar - alles was dazu gehört. Nicht zu überladen an den Wänden, man kennt das ja: gälische Straßenschilder, Ballentines-Spiegelschilder, Blechwerbung von Bourbonmarken, nostalgisch-kitschige Bilder von London und Dublin. Das sind die meisten English oder Irish Pubs. Kitschig ausgekleidet und auf Hochglanz poliert.
Nicht aber das Office. Ein wenig abgegriffen, ein Poster mit dem Slogan "The Beauty of Rugby", ein paar Zettel mit Guiness und Bulmers, die mit Tesa, Reißnägeln und Tackern an den Wänden befestigt sind. Es ist ein authentisches Pub.
Alles zusammen. Auch die Stühle, was rede ich: die Stühle sind eines der Highlights. Man kann Stuhl-Memory spielen, so viele unterschiedliche Stühle gibt es. Die meisten fallen auseinander, knarzen bis zum geht nicht mehr und haben mit ihren funktionsfähigeren Stuhlbrüdern etwas gemeinsam: Sie sind alle ungemütlich. Und alt. Eigentlich ist ja dann doch ein wenig ein unordentliches Pub.
Aber es ist grundsätzlich hygienisch und sauber. Also zumeist. Bis, naja, da war doch letzten Dienstag dieser Putzfetzen mit eingetrocknetem Blut im Klo - das war nicht so der Bringer. Oder die hunderttausend Jägermeister-Flaschen, die auf der Kante der hölzernen Wandverkleidung stehen und herunterfallen wenn man sich an die Wand lehnt. Alle unausgewaschen versteht sich. An heißen Tagen merkt man diese Eigenschaft durchaus. Eigentlich ist es ein bisserl versifftes Pub.
Bisserl versifft? Bisserl? Frank hatte das letzte Mal recht, als er meinte, dass der Lurch, der aus den Lüftungsrohren kommt, ein eigenes Team darstellen könnte. Nicht, weil er schon die kritische Masse (weit) überschritten hätte; dieses Sammelsurium aus Staub, Haaren und Dreck, das sich durch die Luftversorgung schlängelt hat höchstwahrscheinlich schon ein Bewusstsein erlangt. Es ist ein ziemlich versifftes Pub.
Aber das sind Dinge - die passieren. So wie die eine der beiden Männertoiletten, die über mehrere Monate hinweg gesperrt war. Die andere war noch frei, und stellte für manchmal 150 Leute ein Pissoir und ein Klo zur Verfügung.
Wie vor 3 Wochen die Kartoffelchips aus waren - das wäre zu ertragen gewesen. Und dass das Fanta für meinen Fanta-Radler fehlte; nun, ich trinke auch Almradler. Aber dass dann Apfelsaft aus war und auf Kaffeebohnen war wohl die Höhe. Aber immerhin wurde ein Kellner losgeschickt Kaffeebohnen zu kaufen, und als er zurückkam stellte er fest, dass die Kaffeemaschine defekt war. Eigentlich ist es ein Drecksloch.
Ich habe schon an, in und unter verschiedenen Lokalitäten gearbeitet, aber noch nichts war so ein Drecksloch wie das Office. Vielleicht fallen mir die Dinge mehr auf als Anderen, weil ich durchaus auch auf das Erscheinungsbild einer Bar oder eines Restaurants beachte.
Aber warum bin ich dann dort? Wegen dem Schinken-Käse-Crepes (eigentlich ein Toast, aber der ist nur 3 mm dick, deswegen ein Crepes) sicherlich nicht. Wegen dem Quiz. Wegen dem zusammensitzen. Und - weil es ja ein Drecksloch ist: wegen der einzigartig urigen Atmosphäre.
Eigentlich ein wunderschöner Tag, nur fällt mein Blick auf den Feed-Reader.
Der Kollege war verlobt und die Hochzeit stand vor der Tür. Also: Polterabend. Was man nun so an Polterabenden macht, wurde gemacht. T-Shirts, Bräuche (sinnlose wie auch sinnfreie), Bier, Burger, Limousine und Vodka. Und es soll ein ziemlich erfolgreicher Abend gewesen sein, denn am nächsten Tag wachte der Bräutigam in spe auf ohne von den letzten Stunden zu wissen.
Er hatte einen verdammt großen Kater - was ihn nicht irritierte, denn er hatte auch ein Gipsbein. Nur ein kleines, Fuß samt Knöchel bis kurz unters Knie.
Ein Freund war bei ihm geblieben; der Freund, der auch sein Retter war: er war Arzt. Irgendwann in der Nacht waren sie in einer Kellerbar in Kopenhagen und was passiert, wenn man volltrunken eine Stiege hinuntergeht? Nun, man fällt. Er fiel also, verwinkelte den Fuß und brach sich einen Mittelfußknochen.
Er selbst habe kaum etwas gespürt, aber der Freund schickte die anderen Freunde heim (oder alleine weiter) und fuhr per Taxi mit dem Kollegen ins Krankenhaus. Dort stellte man einen angeknacksten Mittelfußknochen fest und gipste ihn ein.
Die Braut soll entsetzt gewesen sein, aber der Mittelfußknochen wird beim Gehen zu oft belastet - der Gips muss bleiben, sonst ist der Knochen gleich ganz durch. Es folgte die Hochzeit mit Gips (und Alkoholverbot durch die Braut) und die Flitterwochen auf den Malediven sollen für ihn auch nicht der Spaß gewesen sein. Baden mit Gips war tabu.
Als die beiden von der Hochzeitsreise heimkamen wartete ein demütiger Freund auf sie, um ihnen etwas zu beichten. Es gab keine Kellerbar. Es gab kein Krankenhaus. Und es gab keinen Mittelfußknochen - doch den gab es. Aber keinen Bruch. Als der Bräutigam am Polterabend wegkippte und bei mehreren Promille genüsslich schlief, schafften ihn seine Freunde heim und der Freund (der Arzt war) gipst ihn ein. Es gab nie einen Bruch.
Der Bräutigam verzieh es lachend seinem Freund, die Braut tobt. Ageblich hielt die Ehe dann doch nicht so lang.
(direkt via Jü)
Aber seit 3 Wochen hat sich etwas geändert. Es fing damit an, dass ich statt der Presse die Salzburger Nachrichten bekam. Gut, hin und wieder gefallen mir die Salzburger Nachrichten besser als die Presse, und ein freies Abo, bei dem man verschiedene, gute Zeitungen lesen kann - warum nicht? Aber seit 10 Tagen bekomme ich auch die Kleine Zeitung und die strotzt ja vor Dummheit, Kinderlehrstunden (Schau, da ist der Irak. Der Irak ist ein Land) und Rechtschreibfehlern. Also, ich sollte das mal beim Abo-Service reklamieren. Nur kam ich nie dazu.
Heute habe ich den Abo-Service angerufen. Nicht wegen den Salzburger Nachrichten, und auch nicht wegen der Kleinen Zeitung. Man hat mir heute Morgen die Kronen Zeitung, dieses Schundblatt, hingelegt. Und dafür zahle ich nicht einen Cent.
Was mich auch gefreut hat war, dass Melanie mitkam - obwohl sie Maceo Parker nicht kannte und die Karte an sich nicht billig war. Was mich mehr noch gefreut hat war, dass sie durchaus von dem Konzert begeistert war. Ich nebenbei auch. Fasziniert hat mich das Stück bei dem die Managerin (aus London) den "To be, or not to be" Monolog aus Hamlet rezitierte und Mr. Parker samt Band dazu spielte. Oder die Trompetensolos des Herrn Ron. Oder einfach nur mit Melanie beim Konzert zu stehen. Weltklasse.
Aber: Was auch immer geschehen war - von wem habe ich wohl gestern eine facebook-Kontaktanfrage bekommen. Von wem? Hm?
So passierte es bei einem Treffen unter Kollegen letzten Donnerstag. So passierte es mir. (Übrigens: Ihr Freund hatte sich nicht mir vorgestellt).
Das hat jetzt fast eine Woche gedauert alle Fotos richtig zu beschriften, zu taggen, zu markieren und hochzuladen - aber es hat sich gelohnt. Obwohl ich anfangs nicht so recht begeistert war, war der Trip nach Barcelona doch ein ziemlicher Erfolg. Und das kann man sich entweder im flickr-Album oder gleich auf der Diashow ansehen.Weil ich vor 10 Tagen am Gründonnerstag bei einem Tischfussballturnier mit Bier. Am Freitag habe ich Chemo Melanie vorgestellt - bei einigen Radlern. Am Samstag, Sonntag und Montag gab es Rotwein, Sangria und Cava. Am Dienstag Pubquiz. Am Mittwoch Wiese liegen im Park mit Melanie samst Picknick und Radler. Am Donnerstag gab es eine Osterjause bei einem Kollegen - mit Bier und Wein. Gestern gab es ein "Get Together" mit einer Arbeitsgruppe, die in unserer Institut eingegliedert wird.
Und heteu ist es wohl einmal notwendig, dass ich nichts trinken. Und mich ein wenig fadisiere.
"Wenn ich sterbe, möchte ich von dir bestattet werden."
Oder liege ich da falsch?
So feiert man einen Geburtstag. Mein Bruder hatte am Freitag seinen 27. Geburtstag und nachdem er letzte Woche krank war wollten wir nicht unbedingt verrauchte Bars aufsuchen. Also waren wir bei Verwandten, die ein Restaurant führen - und genau so genießt man sein Wochenende. Mit italienischer Antipasti, mit Wild und Räucherlachs, mit Schokomousse und Creme Brulee. Dazu ein paar Gläschen guten Weissweins und alte Geschichten. Er erzählt von seiner Freundin, ich von Melanie. Von Christina und wie ich mit ihr zum Helden-Konzert fuhr, eine Woche bevor sie mich in die Wüste schickte. Von Vera und dem einen Abend, der mir die Augen öffnete. Von aktuellen politischen Streitthemen und vom Pubquiz. Einfach, wie ein guter Abend sein sollte.Wie alt wirst du in 3 Monaten sein?
23.
Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein?
Sicherlich nicht.
Was ist zurzeit dein Klingelton?
Hauptklingelton ist "Bucovina", daneben noch "La Vie En Rose", "Hound Dog" und "Somewhere Over The Rainbow" für spezielle Leute.
In wie vielen Städten hast du bisher gelebt?
Salzburg, Mantrach, Leibnitz und Graz. Wenn man Leben mit Wäsche waschen, Essen kochen und so weiter verbindet, dann noch Nürnberg und Syracuse.
Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß
Barfuß, oder Flip-Flops.
Was ist deine Lieblingseiscreme?
Vanille, Sahne, Topfen, Yoguhrt. Man sieht ein Muster.
Hast du eine bestimmte Art und Weise, wie du im Bett schläfst?
Bauch oder etwas zwischen Bauch und Seite.
Bist du eine laute Person?
Nein, wenngleich ich mir sicher gut Gehört verschaffen kann.
Wie alt bist du?
23.
Kannst du Poker?
Ja und Nein. Ich zögere zu oft, manchmal aber nicht. Und ich habe ein senstationelles Pokerface, weil ich oft meine Karten nicht einschätzen kann.
Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit “D” anfängt?
Sicher.
Würdest du deine Nase piercen lassen?
Zu alt dafür um damit anzufangen.
Bist du neugierig?
Ich bin interessiert, aber ich bin nicht neugierig. Ich möchte immer gerne viel (wenn nicht alles) wissen, aber eigentlich nur bei Themen, die mich auch betreffen. Beziehungsgeschichten und intime Affären anderer Leute interessieren mich nicht, ich möchte mich nicht in das Privatleben anderer Leute einmischen.
Kennst du eine, die schwanger ist?
Ja, mehrere.
Würdest du ohne deine Eltern zurecht kommen?
Pragmatisch ja, ich lebe jetzt doch schon einige Zeit allein. Über die emotionale Seite möchte ich nicht sprechen.
Letzter Film, den du gesehen hast?
"The Fall", war leider etwas enttäuscht.
Ist es in der Regel einfach für andere, dich zum Lachen zu bringen?
Nein, ich bin eher eine ernste und distanzierte Person, aber das hängt immer auch vom Rahmen ab, in dem man mich trifft.
Was hast du zuletzt in deinen Mund geschoben?
Vollkornnudeln mit Olivenöl, Knoblauch und Thunfisch.
Wer hat zuletzt für dich gekocht?
Ich für mich.
Wer hat dich zuletzt angerufen?
Melanie.
Liest du den Sportteil der Zeitung?
Nein.
Hast du eine gute Beziehung zu deinem Bruder/Schwester?
Ja, eine sensationelle.
Was für Bilder hängen in deinem Zimmer?
Ein Ölgemälde, ein 3 Quadratmeter großer Fotodruck, viele Fotobilderrahmen.
Wie siehst du aus: Wie Mama oder Papa?
Ich bin ich. Wie das kleine "Ich-bin-ich"
Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu dir nehmen dürftest, welches wäre das?
Tee mit Milch (und keine Einschränkung ob schwarz, grün, gelb, weiß, Roibos oder Oolong).
Was liegt rechts neben dir?
Stapel der Zeitungen letzter Woche.
Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen?
Ja. Toplitzsee.
Ein Kollege vom gleichen Institut hatte Rigorosum und obwohl ich den Plan hatte nur ein Bier zu trinken, mich auf meine Arbeit zu berufen und dann zu verschwinden bin ich den gesamten Dienstag Nachmittag in der Institutsbibliothek gesessen, habe mit Kollegen Bier getrunken, war im Anschluss feiern und bin so spät nach Hause gekommen, dass der gestrige Tag für mich eine reine Anstrengung war. (Was man nicht alles in einen Satz pressen kann)










