Melanie und ich sind heute zum Essen eingeladen. Aber wie gesagt: Niemand weiß von unserer gemeinsamen Geschichte.
Sie ist von einer Freundin zum Geburtstagsessen in ein Restaurant eingeladen worden. Ich habe vor zwei Wochen unbeabsichtigt das gleiche Restaurant für einen Abend mit ehemaligen Kommilitonen gewählt. Kommilitonen, die sie kennen. Mal sehen wie das wird, wir müssen uns gegenseitig ein wenig ignorieren.
Sie ist von einer Freundin zum Geburtstagsessen in ein Restaurant eingeladen worden. Ich habe vor zwei Wochen unbeabsichtigt das gleiche Restaurant für einen Abend mit ehemaligen Kommilitonen gewählt. Kommilitonen, die sie kennen. Mal sehen wie das wird, wir müssen uns gegenseitig ein wenig ignorieren.
Bis jetzt wissen es ja kaum die Leute, wer Melanie ist. Natürlich ist Melanie ja auch nicht ihr realer Name. Aber was die ganze Sache so interessant macht, ist das Faktum, dass wir viele Kollegen und Bekannte haben - mehr als wir dachten - die sowohl mich als auch Melanie kennen. Der Mann ihrer besten Freundin ist der Cousin einer ehemaligen Schulkollegen. Eine andere gute Freundin ist die Schwester eines Studenten, der mit mir mehrere Vorlesungen belegt hatte. Eine weitere Freundin und ehemalige Kollegen ihrerseits kennt sowohl mich (hat uns beide schon gesehen, sagt aber nichts) ist aber auch die ehemalige Freundin eines weiteren Kollegen von der Fakultät.
Viele aus meinem Jahrgang kennen sie, einerseits durch ihre Aufgabenbereiche aber auch dadurch, dass sie die ehemalige Freundin eines anderen Studenten ist, der ich (flüchtig) kenne.
Das geht quer durch die Bank und wir fragen uns, wann uns jemand sehen wird - denn Graz ist eine Kleinstadt. Mal sehen wie lange es noch dauert. Und bis dahin malen wir uns aus, was dann wohl die Kollegen und Freunde sagen werden.
Viele aus meinem Jahrgang kennen sie, einerseits durch ihre Aufgabenbereiche aber auch dadurch, dass sie die ehemalige Freundin eines anderen Studenten ist, der ich (flüchtig) kenne.
Das geht quer durch die Bank und wir fragen uns, wann uns jemand sehen wird - denn Graz ist eine Kleinstadt. Mal sehen wie lange es noch dauert. Und bis dahin malen wir uns aus, was dann wohl die Kollegen und Freunde sagen werden.
Was ist eigentlich in dem letzten Jahr passiert. So in den letzten 365 Tagen und davor? Wenn ich hier auf meinem Sofa sitze und darüber nachdenke kommt es mir vor, als würde ich mich immer schneller verändern.
Vor 15 Monaten noch habe noch Christina nachgetrauert. Aber nur kurz, denn sie hatte auf eine Art und Weise alles beendet, die mir nur zu deutlich zeigt, dass nie diese Ernsthaftigkeit bei ihr da war. Und weil ich blind genug war um dorthin zurückzukehren, wo ich unglücklich aufgebrochen war: bei Vera. Wenn man sich über Jahre hinweg einsam und verloren fühlt geht man Risiken ein. Ignoriert Warnungen. Und pfeift auf das, was andere sagen. Bis ich es selbst feststellen durfte, als sie mir sagte, wie sie meinen Charakter einschätzt. Ich war der, der ging. Ich gehe selten; ich bin bis jetzt erst einmal gegangen, aber an jenem Abend wäre jede andere Entscheidung einer völliger Verzicht auf Selbstachtung gleichgekommen.
Ich habe mich an viel geklammert, weil ich glaubte nichts zu haben. Ich klammerte mich an Sophie obwohl ich wusste, dass es zum Scheitern verurteilt war. Wir wussten es. Und wenn man gegen die Zeit spielt gibt es nur einen Gewinner.
Ich habe mich dann einfach in die Arbeit gestürzt. Labor, Kongress, Projekte, Kellnern, Joint-Venture, Pubquiz, Betreuung eines Austauschprogrammes - wenn keine Zeit bleibt, die man mit jemandem verbringen könnte, vermisst man sie auch nicht. Solange bis man mitten in der Nacht aufwacht und nicht mehr weiterschlafen kann. Bis man alleine auf einem Sofa sitzt und nichts macht außer Musik zu hören.
Vor 9 Monaten traf ich zum ersten Mal auf Melanie, bei der Besprechung zur Betreuung eines Austauschprogrammes. Vor 6 Monaten saßen wir bei einer Grillfeier stundenlang zusammen. Und vor gut einem Monate habe ich es zum ersten Mal geschafft sie auszuführen. Oder sie mich eigentlich; sie hatte wohl schon bemerkt, dass je wichtiger es mir ist, ich umso unfähiger bin.
Gestern saß ich nicht alleine auf dem Sofa. Ich lag halb auf dem Fußhocker und sie quer über mir. Wir hatten uns Juno angesehen. Sie hatte mir Lippenbutter mitgebracht und ich ihr ein Abendessen gekocht.
Ich fühle mich gerade wieder wie 16.
Vor 15 Monaten noch habe noch Christina nachgetrauert. Aber nur kurz, denn sie hatte auf eine Art und Weise alles beendet, die mir nur zu deutlich zeigt, dass nie diese Ernsthaftigkeit bei ihr da war. Und weil ich blind genug war um dorthin zurückzukehren, wo ich unglücklich aufgebrochen war: bei Vera. Wenn man sich über Jahre hinweg einsam und verloren fühlt geht man Risiken ein. Ignoriert Warnungen. Und pfeift auf das, was andere sagen. Bis ich es selbst feststellen durfte, als sie mir sagte, wie sie meinen Charakter einschätzt. Ich war der, der ging. Ich gehe selten; ich bin bis jetzt erst einmal gegangen, aber an jenem Abend wäre jede andere Entscheidung einer völliger Verzicht auf Selbstachtung gleichgekommen.
Ich habe mich an viel geklammert, weil ich glaubte nichts zu haben. Ich klammerte mich an Sophie obwohl ich wusste, dass es zum Scheitern verurteilt war. Wir wussten es. Und wenn man gegen die Zeit spielt gibt es nur einen Gewinner.
Ich habe mich dann einfach in die Arbeit gestürzt. Labor, Kongress, Projekte, Kellnern, Joint-Venture, Pubquiz, Betreuung eines Austauschprogrammes - wenn keine Zeit bleibt, die man mit jemandem verbringen könnte, vermisst man sie auch nicht. Solange bis man mitten in der Nacht aufwacht und nicht mehr weiterschlafen kann. Bis man alleine auf einem Sofa sitzt und nichts macht außer Musik zu hören.
Vor 9 Monaten traf ich zum ersten Mal auf Melanie, bei der Besprechung zur Betreuung eines Austauschprogrammes. Vor 6 Monaten saßen wir bei einer Grillfeier stundenlang zusammen. Und vor gut einem Monate habe ich es zum ersten Mal geschafft sie auszuführen. Oder sie mich eigentlich; sie hatte wohl schon bemerkt, dass je wichtiger es mir ist, ich umso unfähiger bin.
Gestern saß ich nicht alleine auf dem Sofa. Ich lag halb auf dem Fußhocker und sie quer über mir. Wir hatten uns Juno angesehen. Sie hatte mir Lippenbutter mitgebracht und ich ihr ein Abendessen gekocht.
Ich fühle mich gerade wieder wie 16.
Ich stehe vor einem großen Problem: Gestern habe telefoniert und obwohl mein Akku vollständig aufgeladen war, war nach 3 Minuten Schluss. Eigentlich macht mir das nichts. Ich halte nichts von langen Telefongesprächen und nicht dauernd erreichbar zu sein hat auch etwas angenehmes. Aber derzeit wäre eine durchgehende Erreichbarkeit angebracht, wegen Melanie. Und jetzt brauche ich ein neues Handy. Ich, der sich noch nie ein Handy für mehr als 10 Euro geleistet hat. Eine neue Nummer möchte ich nicht.
Kennt jemand ein UMTS-Handy mit großem Akku in Slider- oder Klappform ohne Touchscreen, der Möglichkeit ins Internet zu gehen (Feed-Reader, twitter, Zugfahrpläne) und die Fähigkeit Kontakte mit Outlook zu synchronisieren?
Kennt jemand ein UMTS-Handy mit großem Akku in Slider- oder Klappform ohne Touchscreen, der Möglichkeit ins Internet zu gehen (Feed-Reader, twitter, Zugfahrpläne) und die Fähigkeit Kontakte mit Outlook zu synchronisieren?
Wir haben ein neues Institut an der TU Graz, entstanden aus dem ICTOS und dem ICTAS. Es heisst jetzt ICTM, das ist das Akronym für Institut für chemische Technologie von Materialien. Einerseits ist der volle Name schrecklich und das Akronym ist auch grausam. Unser Vorschlag wurde nicht berücksichtigt: Graz Insititute of chemical technologies. Kurz also: GICHT.
Heute war wieder Pubquiz. Und nein, wir haben nicht die 30 Punkte geschafft. Ich weiß nicht was los ist, aber seit dem Sommer kommen wir nicht mehr in die Gänge. Ich verstehe das einfach nicht. Aber darum soll es ja nicht gehen. (Ausserdem habe ich heute zum ersten Mal gesehen wer die Pink Pandas waren. Hat mich wirklich interessiert.)
Nun, nach dem Pubquiz ist der Cheeseburger bei Stana obligatorisch. Stana ist die hübsche Frau am Imbiss beim Jakominiplatz, die mich immer freudenstrahlend begrüßt. Nicht nur weil ich dann kurz auf den Laden schauen muss, weil sie kurz verschwindet; sondern weil ich anscheinend eher einer der wenigen bin, die nüchtern undmehr oder minder seriös in der Nacht am Imbiss vorbeikommen. Dafür bekomme ich jedes Mal die Möglichkeit mit ihrem Laptop Chemo in Zürich per Skype anzurufen. Sozusagen operative Lagebesprechung der neuesten Pubquizergebnisse.
Vor zwei Wochen nun war ich dort, und habe mich unfreiwillig mit einem anderen seltsamen Gast unterhalten. Der erzählte mir etwas von thailändischen Schmuckanhängern, Rollstuhlfahrern aus L.A. und den Anlagestrategien von Bill Gates.
Heute war er wieder da. Mit deutlicher Fahne und einem Metallkoffer. Ich wollte nicht mit ihm reden, denn einerseits war nur ein Kollege aus dem Pubquiz war mitgekommen und das Gespräch mit einem Fremdem dem Gespräch mit einem Freund vorzuziehen ist unhöflich. Und andererseits wollte ich wirklich nicht mit ihm reden.
So steht er nu alleine da, trinkt sein Bier und rollt sich seine Zigaretten. Er steht da, ruhig neben seinem Metallkoffer bis ein junges Mäderl vorbeikommt. Platinblond, mit Ballerinas und pinken Sternen auf ihrem Anorak der in etwa auf Nierenhöhe endet. Sie bestellt eine große Dose Gösser Bier zum Mitnehmen, zahlt und will sich umdrehen.
Stille.
Was er in dem Koffer habe fragte sie, einfach nur um die Stille zu unterbrechen. Ich dachte mir gleich, dass das eine verdammt blöde Idee gewesen sein muss, denn seine Augen blitzen auf, er holte Luft und sagte ihr: "Schau her". Er öffnete den Koffer und zeigte ihr zuerst einen Katalog. Wir redeten weiter, aber schielten auf den Katalog.
Einen Briefmarkenkatalog, etwa 400 Seiten stark. Und dann schlug er ein Lederbuch auf - so dick wie eine Hand breit. Und jede Seite war feinsäuberlich mit Briefmarken bestückt. Er erzählte von Briefmarken, von Wertschätzung, von Benjamin Franklin und Queen Victoria. Und sie hörte zu.
Ich bin wieder in meiner Wohnung, aber ganz ehrlich: Ich kann nicht schlafen. Wer hat denn schon jemals an einem Würstlstand einen Mann gesehen, der mit intensiver Fahne und ausgestatteter Briefmarkensammmlung mit jungen Mädchen redet?
Nun, nach dem Pubquiz ist der Cheeseburger bei Stana obligatorisch. Stana ist die hübsche Frau am Imbiss beim Jakominiplatz, die mich immer freudenstrahlend begrüßt. Nicht nur weil ich dann kurz auf den Laden schauen muss, weil sie kurz verschwindet; sondern weil ich anscheinend eher einer der wenigen bin, die nüchtern und
Vor zwei Wochen nun war ich dort, und habe mich unfreiwillig mit einem anderen seltsamen Gast unterhalten. Der erzählte mir etwas von thailändischen Schmuckanhängern, Rollstuhlfahrern aus L.A. und den Anlagestrategien von Bill Gates.
Heute war er wieder da. Mit deutlicher Fahne und einem Metallkoffer. Ich wollte nicht mit ihm reden, denn einerseits war nur ein Kollege aus dem Pubquiz war mitgekommen und das Gespräch mit einem Fremdem dem Gespräch mit einem Freund vorzuziehen ist unhöflich. Und andererseits wollte ich wirklich nicht mit ihm reden.
So steht er nu alleine da, trinkt sein Bier und rollt sich seine Zigaretten. Er steht da, ruhig neben seinem Metallkoffer bis ein junges Mäderl vorbeikommt. Platinblond, mit Ballerinas und pinken Sternen auf ihrem Anorak der in etwa auf Nierenhöhe endet. Sie bestellt eine große Dose Gösser Bier zum Mitnehmen, zahlt und will sich umdrehen.
Er: "Wie heisst den du?"
Sie: "Sarah"
Er: "Du auch?"
Stille.
Was er in dem Koffer habe fragte sie, einfach nur um die Stille zu unterbrechen. Ich dachte mir gleich, dass das eine verdammt blöde Idee gewesen sein muss, denn seine Augen blitzen auf, er holte Luft und sagte ihr: "Schau her". Er öffnete den Koffer und zeigte ihr zuerst einen Katalog. Wir redeten weiter, aber schielten auf den Katalog.
Einen Briefmarkenkatalog, etwa 400 Seiten stark. Und dann schlug er ein Lederbuch auf - so dick wie eine Hand breit. Und jede Seite war feinsäuberlich mit Briefmarken bestückt. Er erzählte von Briefmarken, von Wertschätzung, von Benjamin Franklin und Queen Victoria. Und sie hörte zu.
Ich bin wieder in meiner Wohnung, aber ganz ehrlich: Ich kann nicht schlafen. Wer hat denn schon jemals an einem Würstlstand einen Mann gesehen, der mit intensiver Fahne und ausgestatteter Briefmarkensammmlung mit jungen Mädchen redet?
Ein ehemaliger Kollege von mir hatte einen Ausdruck, mit dem er es immer verständlich machte warum er immer so rote Augen hatte. Warum er immer so müde war. Einfach so unausgeschlafen. Es war das kleine Wochenende.
Das große Wochenende kenne wir ja: Freitag und Samstag. Er formulierte das ja immer so aus: Freitag wird obszön auf den Putz gehauen, und Samstag etwas gesitteter, man ist ja innerhalb von 24 Stunden nicht sofort wieder erholt. Sonntag ist jeder komplett am Sand, deswegen ist Sonntag der Tag an dem man im Stadtpark liegt, vielleicht ins Kino geht oder sich auf die Terasse des Eckhaus setzt und in einer lauen Nacht ein paar Cocktails schlürft. Einfach um sich wieder auszuruhen, denn der nächste Tag - Montag - ist ja ein Arbeitstag.
Montag kann man nicht fortgehen. Also man kann schon, aber man sollte es vermeiden. Der Körper braucht ein wenig Ruhe.
Dienstag ist der Arbeitstag für Kollegen. Vielleicht auf ein Bier, zu einer Pizza oder zum Running Sushi, einfach damit man mit den Kollegen einmal mehr macht um nicht nur über die Arbeit zu reden. Mittwoch aber ist das kleine Wochenende. So mit richtig fortgehen und Halli-Galli Drecksauparty. Mit Alkohol und allem was dazugehört. Und nachdem das große Wochenende (Freitag und Samstag) aus zwei Tagen besteht kann das kleine Wochenende auch nur aus zwei Tagen bestehen. Sonst wäre es ja kein Wochenende. Also muss man am Donnerstag auch fortgehen. Vielleicht nicht zuviel, denn am nächsten Tag ist ja wieder das große Wochenende.
Eigentlich hat diese Wochenplanung eine bestechende Einfachheit. Etwas zyklisches, etwas periodisches. Ich denke, ich sollte mich daran halten.
Das große Wochenende kenne wir ja: Freitag und Samstag. Er formulierte das ja immer so aus: Freitag wird obszön auf den Putz gehauen, und Samstag etwas gesitteter, man ist ja innerhalb von 24 Stunden nicht sofort wieder erholt. Sonntag ist jeder komplett am Sand, deswegen ist Sonntag der Tag an dem man im Stadtpark liegt, vielleicht ins Kino geht oder sich auf die Terasse des Eckhaus setzt und in einer lauen Nacht ein paar Cocktails schlürft. Einfach um sich wieder auszuruhen, denn der nächste Tag - Montag - ist ja ein Arbeitstag.
Montag kann man nicht fortgehen. Also man kann schon, aber man sollte es vermeiden. Der Körper braucht ein wenig Ruhe.
Dienstag ist der Arbeitstag für Kollegen. Vielleicht auf ein Bier, zu einer Pizza oder zum Running Sushi, einfach damit man mit den Kollegen einmal mehr macht um nicht nur über die Arbeit zu reden. Mittwoch aber ist das kleine Wochenende. So mit richtig fortgehen und Halli-Galli Drecksauparty. Mit Alkohol und allem was dazugehört. Und nachdem das große Wochenende (Freitag und Samstag) aus zwei Tagen besteht kann das kleine Wochenende auch nur aus zwei Tagen bestehen. Sonst wäre es ja kein Wochenende. Also muss man am Donnerstag auch fortgehen. Vielleicht nicht zuviel, denn am nächsten Tag ist ja wieder das große Wochenende.
Eigentlich hat diese Wochenplanung eine bestechende Einfachheit. Etwas zyklisches, etwas periodisches. Ich denke, ich sollte mich daran halten.
Entweder hat gerade jemand zufällig ein Wort im Internet gebraucht oder man kann über meine Vorlieben und Gewohnheiten im Internet mehr herausfinden als ich dachte.
Melanie kam gestern noch vorbei, nach einem Kabarettstück im Theatercafe.
DIe Uhr gegenüber zeigt mir, dass es inzwischen schon nach 18 Uhr ist, und ich habe heute nichts geschafft. Ich durfte zu den Worten "Guten Morgen schöner Mann" aufwachen, ich habe ihr Frühstück gemacht, wir haben uns Jeux d'enfants angesehen und auf dem Sofa herumgelungert. Den größten Teil von den Dingen, die ich für heute geplant habe, habe ich nicht erfüllt. Aber es fühlt sich gerade so an als wäre das die beste Lösung gewesen.
DIe Uhr gegenüber zeigt mir, dass es inzwischen schon nach 18 Uhr ist, und ich habe heute nichts geschafft. Ich durfte zu den Worten "Guten Morgen schöner Mann" aufwachen, ich habe ihr Frühstück gemacht, wir haben uns Jeux d'enfants angesehen und auf dem Sofa herumgelungert. Den größten Teil von den Dingen, die ich für heute geplant habe, habe ich nicht erfüllt. Aber es fühlt sich gerade so an als wäre das die beste Lösung gewesen.
Es weiß niemand.
Wie meinst du das?
Naja, im Büro merken sie dass da etwas anders ist. Ich bleibe nicht mehr bis 20 Uhr, ich bekomme am späten Nachmittag Anrufe. Und es klingelt mit einem anderen Klingelton. Ich verabrede mich. Aber sie glaube immer noch, dass ich halt der Playboy bin.
(schmunzelt) Playboy?
Manchmal lasse ich sie glauben, dass ich einen neuen One Night Stand hätte. Manchmal rege ich mich auf, dass sie doch endlich aufhören sollte an so einen Blödsinn zu glauben.
Und?
Ich glaube beide Seiten stimmen. Aber ich habe kein Bedürfnis vor denen mein Privatleben auszubreiten. Vielleicht ahnen sie etwas, aber ich glaube nicht. Drei Freunde vom Pubquiz wissen, dass da jemand ist. Sie wissen, dass ich einmal das Pubquiz für dich hätte sausen lassen.
Meinen großen Bruder, meine beste Freundin und ihren Mann hast du ja am Samstag kennengelernt. Sonst weiß es noch eine weitere Freundin, aber die kennt auch nichts genaues.
Wir sind wohl gleich verschwiegen.
Ja.
...
Die weitere Freundin hat übrigens gefragt, ob ich das nicht seltsam finde. Du bist ja doch etwas jünger als ich.
Ich glaube über die Frage des Alters und ob eines nötigen Unterschiedes sind wir raus.
Du fühlst dich von älteren Frauen angezogen?
Nein. Ich fühle mich von einer älteren Frau angezogen.
...
Sie ist halt immer so neugierig. Wer ist er? Wie heisst er? Was macht er? Wie sieht es aus? Treffen wir uns nur so oder ist da mehr?
Ich bin hier weil da mehr ist.
M.
Ach ja, da war ja noch was. Heute ist mein erster Tag. Nicht der erste Tag vom Rest meines Lebens, ich habe keinen Entzug gemacht. Es ist der erste Tag in meiner PhD-Zeit. In meiner Zeit als Dissertant. Um 11:26 unterschrieb ich den Arbeitsvertrag mit der Technischen Universität Graz und irgendwie ist der erste Tag - so wie all die anderen im letzten Jahr, in denen ich im Büro saß oder im Labor stand. Nun, wie auch immer: Ich habe keine Ferien mehr. Auf der TU Festen werde ich von anderen Chemiestudenten mit "Sie" anstatt mit "Du" angesprochen. Ich kenne nicht mehr die Partykanonen vom USI, irgendwie hat sich im letzten Jahr eine Veränderung vollzogen die sich erst jetzt langsam bemerkbar macht.
Also, der Samstag verlief wunderbar. Etwas irritierend waren vielleicht die unterschiedlichen Lebensumstände, aber soweit wollen wir nicht gehen. Das Essen war ausgezeichnet, wir verstanden uns alle (was das wichtigste war: Ich mit Melanies Bruder) und dann ein wenig Trivial Pursuit. Vielleicht hätte ich mich ein wenig einbremsen sollen, auf jeden Fall hat man sich entschlossen beim nächsten Mal (man plant ein nächstes Mal, schon einmal nicht schlecht) mir andere Fragen zu geben. Irgendwie schwerere.
Aber ich habe gerade über Skype erfahren, dass ich keine schlechten Rezensionen bekam. Wieso denke ich über mich als Buch eigentlich?
Aber ich habe gerade über Skype erfahren, dass ich keine schlechten Rezensionen bekam. Wieso denke ich über mich als Buch eigentlich?
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