Madrid

Ich würde gerne etwas über Madrid schreiben. Über das Wetter, über die Bars, über die Parks, über die Yuppie-Kaffeeländen die es auch hier gibt. Aber ich bin wütend, weil ich mein Handyladegerät in Granada vergessen habe und jetzt der Akku vollständig leer ist. Und somit kein Google-Maps auf dem Weg, einfacher kann man sich nicht mehr verirren.

Live-Tipp: Tom Waits - "Cold Cold Ground"

Leben & Ich

Bei Winkelsen aufgehoben, weil ich eigentlich keinen Lifestyle habe.

clothes
Longsleeves. Schwarz. Das macht erstmal 25% aus, die einfachen von H&M. 5% schwarze ärmellose Shirts von H&M. Für unters Hemd, nur so, für Sport oder Arbeit, egal für was. Und wenn im Labor mal etwas daneben geht ist es nicht tragisch, wenn eines der Shirts den Bach runtergeht. Und sonst? Naja, Jeans, in allen möglich Formen. Und T-Shirts. Keine von Nike, oder adidas oder billabong. Nivit, eine Skateboardmarke eines Bekannten oder das über 15-jahre Alte DogEatDog Shirt von meinem ersten Festival. Gloriette-Hemden. Militärhosen (uni oder camo) für Outdoor-Aktivitäten. Kapuzenjacken. Softshell.

furniture
Entweder Birke oder dunkelbraun/schwarz. Darauf ist die gesamte Einrichtung abgestimmt, auch wenn es anfangs nicht einmal geplant war. Jetzt halte ich mich dran. Eine Wand mit Fotorahmen, eine Wand mit einer Fotographie auf Leinwand 140x200. Und das IKEA Expedit Regal. Es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass ich bei IKEA einkaufe, ich bin Student. Hallo? Expedit, Gilbert, Klippan, Malm - ja, auch ich kenne sie mit Namen. Bis auf das Bett. Das ist aufgrund meiner Größe eine Sonderanfertigung (mit selbstgebautem Bettgestell aus 10x10 cm Holzbalken) und mehr als 2 Meter lang.

sweets
Keine Sweets. Obst, mit Buttermilch, Kefir oder Yoghurt. Püriert, mit vielleicht etwas Hollundersirup oder Grenadine. Naja, oder die 90% Bitterschokolade - aber die ist nicht sweet.

city
Where I live? Graz, eine Stadt die groß genug ist um eine Stadt zu sein und klein genug um nicht aufzufallen. Vielleicht zu wenig Konzerte und zu wenig außergewöhnliches, vielleicht ein paar Proleten zuviel und sicherlich etwas strange. Aber es gefällt mir derzeit dort. Vorerst.
Where I am? Granada. Projektarbeit
Where I want to be? Dunno.

drink
Tags: Wasser, weißer/ grüner/ schwarzer Tee, Buttermilch, Blutorangensaft mit Fruchfleisch, Espresso und Kaffee.
Nachts: Bier (Märzen), Wein (weiß und rot, die Sorte ist Regionsabhängig), weißer Vodka, Caipirinha, Cuba Libre, Seemudler, früher Batida Kirsch.

music
Bestimmt durch das Wann und Wo. Keine Präferenzen während der Laborarbeit, nur etwas was nicht ablenkt oder einschläfert. Bewusst wird sehr viel Tom Waits gehört. Wenn ich Musik höre - und sei sie Englisch - dann höre ich auf den Text, die Lyrics. Wie bei Tom Waits, was eben dann bewusst geschieht. Und ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Etwas wie "Ace of Base" lenkt mich nicht ab, aber die Texte von Waits sind doch etwas, was man nicht nebenher plätschern lassen kann.
Sonst? Klassik, wenn spätabends am Sofa Pasta mit Pesto vertilgt werden. Schostakovich oder Betthoven oder Mendelssohn oder Chopin. Und ganz wichtig: Yann Tiersen, derzeitiger Favourit.
Der Rest ist austauschbar: Killers, Björk, Prodigy, Cash, Mando Diao, BossHoss, Rise Against, Fettes Brot, Fantastische 4, Wir sind Helden, Feist, KT Tunstall, Rage Against The Machine - wie gesagt, austauschbar.

tv
Kein TV. Nicht nötig. Zeitung und DVD-Sammlung mit einer Couch für 2 Leute ist sinnvoller.

film
Letzter war Nordwand. Eigentlich war ich früher öfters ich Kino als heute, aber derzeit ist auch alles anders. Mein Triumphirat besteht aber immer noch aus "Die Tiefseetaucher", "The Good Thief" und "Garden State".

workout
Bis vor einigen Monaten ein- bis zweimal die Woche, aber seit etwa 2 Monaten keine Zeit mehr dafür. Galt eigentlich als Ersatz dafür, dass ich keine Zeit mehr für das Volleyballtraining hatte. Es geht weniger um Muskelaufbau oder Krafttraining als körperliche Beschäftigung. Trotzdem habe ich seit den letzten 2 Monaten mich kaum verändert (was auch ein wenig verwundert). Auch 80 kg - aber 198 cm.

Twitter

Mal sehen ob ich damit zurecht komme.

Die Palmenkette

Manche Dinge liegen soweit zurück und beginnen eigentlich mit etwas - völlig unscheinbarem. Vor Jahren, im ersten Sommer meines Studiums fand in meiner Heimatstadt noch eine Skatechallenge statt. Die größte Österreichs sogar, und ich war damals DJ. Es ist in dem Sinne seltsam, weil ich als junger Teenager in den ersten Jahren des Gymansiums auch immer ein cooler Skater sein wollte - wobei mich aber niemand akzeptierte. Als ich dann älter und mir das alles egal war, lernte ich auf einmal alle Leute aus der Szene kennen und war eigentlich Teil der Szene. Auch wenn man mir das weder von der Ausdrucksweise noch durch den Kleidungsstil anmerken konnte.
Nun, ich war also DJ, und da war dieses Mädchen: Nicole. Nicole kannte ich noch von einem Schulmusical, ich hatte eine Sprechrolle und sie in der Maske beschäftigt. Volle Lippen, immer zu einem Schmollmund geformt und ein frohes Gemüt, dass selbst mit Kokain nur schwer zu erreichen wäre. Beste Noten in der Schule, außerschulische Hobbies die Einstein selbst erfreut hätte. Und sie war Single.
Es war nun am Abend nach der Preisverleihung der Challenge als ich sie wiedertraf. Sie studierte erfolgreich etwas, von dem ich bis heute nicht genau weiß was sie da studierte. Es war etwas über Finanzen und Recht irgendwo im Ausland, in den Staaten, auf Hawaii (allein färbt die Haut schon gelb vor Neid). Und ich lernte, dass sich der Lokalmatador der Skaterszene mit ihr an seiner Seite glücklich schätzen konnte. Er war erfolgreicher Skater mit Label und Sponsoren, sie stand vor dem Sprung in die internationale Wirtschaft. Und ich war - neidisch. Ganz ehrlich, das gehört dazu. Man muss auch dazu stehen. An jenem Abend standen wir vor unserem Stammlokal, und ich hatte damals die Zeit alle möglichen Holzperlen-Kettchen und Bambusanhänger zu trangen. Und ich gab ihre meine Palmenkette, für Hawaii. Warum? Nun, das weiß ich nicht mehr genau. Ich wollte mich nicht anbiedern, ich wollte eigentlich nicht flirten. Ich wollte ihren Freund auch nicht eifersüchtig machen, immerhin kannte man sich vom sehen. Ich gab ihr einfach die Kette mit der Palme, für Hawaii. Weil es Sommer war. Weil ich mehrere Biere getrunken hatte. Einfach weil es passte.
Wie auch immer, die Zeit verging und das letzte Mal dass ich sie sah dürfte nun sicherlich mehr als 3 Jahre vorbei sein. Sie studierte noch in anderen Metropolen und legte ihren Abschluss als Bachelor ab. Und nun arbeitet sie für einen Finanzdienstleister in den Metropolen dieser Welt. Mit einer Wohnung in Manhatten. Wo wir wieder beim Neid wären.
Sie kontaktierte mich vor kurzem über Skype, und wir kamen so ins Reden. Über Miles&More Karten, Passkontrollen, Chinatowns in den Metropolen dieser Welt und diese Dinge. Dinge, von denen sie wahrscheinlich mehr weiß als ich. Und sie erzählte mir von ihrem Leben: Dass sie in London arbeite, dass sie wieder Single sei, und dass sie auch noch die Palmenkette hätte, wegen der ihr Freund ihr oft vorwarf sie überhaupt angenommen zu haben. Und wenn ich will sollte ich doch mal nach London kommen.

Wege aus der Finanzkrise

Die Royal Society of Chemistry hat ein Preisgeld von 1.000.000 Pfund ausgeschrieben für einen Stoff der keine Chemikalien enthält. Grund dafür war eine Werbekampagne eines Düngemittelherstellers der versprach, dass sein Dünger 100% frei von Chemikalien ist. Die chemikalienfreie Zutatenliste enthielt unter anderem Phosphorpentoxid und Kaliumoxid.
(via)

Faxfluch

Kann irgendjemand dieses Faxgerät abstellen? Das klingelt, piepst, johlt und dudelt jetzt sei 30 Minuten vor sich hin und es passiert nichts. Ich hab schon darum gebeten "Please, can you do me a favour and smash it with a hammer", aber keiner fühlt sich angesprochen.

Werkzeugtasche

Eine Austronautin hat ihre Werkzeugtasche verloren. Auf Youtube ist sie wieder aufgetaucht.


Bevor man etwas wegwirft...

...was ein anderer noch brauchen könnte: Vielleicht findet sich hier ja jemand.

Warum - Darum

Ich weiß jetzt, warum die Polizisten die Schutzausrüstung anhatten.

Gnade

Alhambra

Love Letters Red Berries Oasengleiche Gärten Blüten Alhambra Kirche Trinkende Katze Alter Baum Relief Patio de los Arrayanes im Palacio de Comares 1 Palacios Nazaries Wandrelief Patio de los Leones without lions Generalife #1 Sonnenuntergang im Generalife Sonnenuntergang über der Alhambra Generalife #2

Auf ein Sixpack Newky Brown

Es war irgendwann im August 2007. Ich glaube es war der 21., kann mich aber auch irren. Ich war auf jeden Fall in New York City, zusammen mit 2 Kollegen nach dem Projekt an der Universität von Syracuse. T., A. und ich waren nun mit einem gemieteten Auto ohne Straßenkarte von Syracuse zum JFK Flughafen gefahren (wir haben es sogar ohne uns zu verfahren geschafft) und verbrachten unseren ersten Tag im Big Apple. Das Hostel ("Candy Hostel", ein wunderbarer Name) war bezogen und so gingen wir nach Little Italy - man braucht nach 2 Monaten USA einmal eine italienische Pizza Irgendwann ist der Hals von amerikanischer Pizza voll. Wirklich.
Eigentlich könnte ich an dieser Stelle schon eine Liste an Dingen erzählen, die an jenem Tag passiert sind und ich würde morgen nicht mit dem Schreiben fertig werden, aber darum geht es jetzt nicht.
So gingen wir nun in eine Pizzeria in Little Italy und es gab eine wirklich sensationelle und richtig neapolitanische Pizza. Leider Gottes gingen wir ausgerechnet in die älteste Pizzeria New Yorks, weswegen die Rechnung etwas höher ausfiel. Wir wollten darauf ein Bier trinken, und tranken auch eines. In einer Bar in Little Italy in der Fotos vom Barchef mit Al Pacino, James Gandolfini und anderen Schauspielern hingen. Was uns aber erst natürlich auffiel, als wir zahlen wollte. Es war übrigens wieder nicht sehr günstig.
Niedergeschmettert über das New Yorker Preisniveau gingen wir nach Hause, in die 95. Straße. Okay, wir fuhren mit der Metro, immerhin wäre das doch ein wenig weit. An der Station 96th Street gab es aber noch so einen kleinen Seven-Eleven Store und der hatte auch Bier im Angebot. Wir wollte alle noch ein Bier trinken, nur war uns wegen der Mafiakneipe die Lust auf weitere Bars vergangen. Warum also holen wir uns nicht ein Bier im Store und trinken im Hostel? Rein in den Store, Sixpack Newcastle Brown Ale geholt, an die Kassa.
Ich stehe da also an der Kassa, mitten im nirgendwo in der 96. Straße an der Westside, irgendwo zwischen Broadway und Amsterdam Ave. Damit man das versteht: Die 96. Straße ist nicht die Bronx, es ist nicht wirklich gefährlich. Glaube ich zumindest nicht, denn 3 Tage darauf bin ich im Blackout zum Hostel zurück und mir ist nichts passiert. Auf jeden Fall: Da ist nichts. Da ist kein Museum, keine Staute, kein Park. Nicht einmal ein Eichhörnchen mit einer Blockflöte oder so. Tote Hose. Und wie ich nun an der Kassa stehe und meinen Ausweis zücke zwecks Alkoholkauf klopft mir jemand auf die Schulter.
"Servus."
"Hä?"
"Servus."
"Hä?"
"Servus. Erkennst du mich nicht?"
"Hä? Jan?"

Es war Jan. Jan kommt aus meinem Nachbarort aus der Südsteiermark, weniger Einwohner aber einen höhere Weinproduktion. Mein Onkel wohnt dort. Im Herbst ein schönes Wandergebiet. Wegen dem Wein und so. Seinen Bruder kannte ich noch aus Schulzeiten, er war ein verlässlicher Teilnehmer als ich früher mehr oder minder kommerziell LAN-Parties veranstaltet habe (Ich war auch so einer, nur hab ich aus meinem Hobby einst einmal Geld geschlagen).
Es stellte sich heraus, dass T. und A. ihn aus einem Physik-Praktikum kannten, und sie waren ebenso erstaunt... Eigentlich tut das ja nichts zur Sache, aber was ich eigentlich sagen will:
Was sind das für zufälle, dass ich einer der fadesten Gegenden in Manhattan beim Bierkaufen einen Bekannten aus meiner Heimatprovinz treffe. WTF?

Sonne

Ich habe heute für 45 Minuten in der Spanischen Sonne auf einer Felsbank am Palast Karl V. auf der Alhambra geschlafen. Ich habe wenn ich mich erinnern kann die letzten 5 Monate nicht mehr so gut geschlafen wie in dieser kurzen Zeit heute Nachmittag.

Weihnachten

Mir ist das bis jetzt gar nicht aufgefallen, aber meine Mutter fragte mich gerade per Email wie es mir in Granada gehe? Ob es wirklich so kalt sei? Ob ich wohl eine dicke Jacke Jacke eingepackt hätte und immer mit Schaul aus dem Haus gehe - so wie Mütter nun einmal sind. Und ob hier auch schon die Auslagen voller Weihnachtsdeko sind. Nun - nein. Ich sehe keine Lebkuchen, keine Weihnachtsangebote, keine Weihnachtsmänner und keine Elfen; ich sehe keine weihnachtliche Vorbereitungsparanoia. Und das gefällt mir.

Riot-Ausrüstung

Spanien ist ein schönes Land. Die Leute kommen spöät zur Arbeit und machen eine schöne lange Mittagspause. Gut, das Abendessen ist ein wenig spät, aber man hört früh genug zu arbeiten auf und man geht mit Riesengruppen Kaffeetrinken. Nur gestern war da was, das ich nicht verstehe: Warum stehen mitt in Granada 2 Polizeibusse und ein gutes dutzend an Polizisten in Riot-Ausrüstung umher? So mit Helm, Visier, Körperpanzer und Schutzschild. WTF?

The huge one

Für mich als Europäer gibt es drei Größenangaben: Small, Medium und Large. Vielleicht noch X-Large, aber beim Essen reicht das. Drüben, über dem Teich sieht das ganze aber anders aus: Da gibt es kein Small. Außer vielleicht bei der Kleidung. Im Pac-Sun kann man T-Shirt kaufen: XXS, XS, S, M, L, XL, XXL, XXXL. Gut, dort sind wir in Amerika, und dort gibt es auch einige Leute die Kleidung mit mehr X brauchen als ich Kaffee nach einer durchzechten Nacht.
Was mich aber verstört (und gestört) hat waren die Kaffeegrößeneinteilungen. Zum Beispiel bei Dunkin' Donuts: Medium, Large und X-Large. Gut, die beginnen halt ihre Skala woanders, ist ja Amerika. Da gefriert ja auch das Wasser nicht bei 0 sondern bei 32°. Nur ist Medium nicht Small, so wie 32 Grad halt 0° sind. Medium ist schon ein gutes Medium und Large ist wirklich groß. X-Large ist ein huge fuckin' cup of coffee. So richtig. Und man macht nur einmal den Fehler mit Cream und Sugar zu bestellen, denn man bekommt zwar richtig Milch (und keine Sahne/ Obers) aber mehrere (!) Esslöffel (!!) Zucker in den Becher geschaufelt. Das schmeckt dann in etwa wie die Ersatznahrung von Honigbienen.

Kleiner Kaffee
Leider habe ich da keinen richtigen Größenvergleich auf dem Foto, aber die Becher sind wirklich verdammt groß. Der Kaffe wird dadurch auch nicht besser. Was mich ja zu Problem 2 führt: Starbucks in Amerika ist ausgezeichnet. Nicht wenn man am ersten Tag gerade angekommen ist, sondern wenn man schon etwas länger dort ist und man anfängt sich an die dunkle Plörre zu gewöhnen. Dann ist Starbucks spitzenklasse. Sozusagen der einäugige Kaffee unter den Blinden. Bis man aber seinen richtigen Kaffee gefunden hat dauert es.
Cafe Americano - nicht zu empfehlen, das ist mit heißem Wasser verdünner Espresso.
Moccha - auch nicht, das ist Kaffeekakao.
Chai - nett (mehr braucht man nicht sagen).
Salted Caramel Double Hazelnut Cream Moccha - als Kuchen wahrscheinlich gut, aber das ist kein Kaffee mehr.
Schwarzer Tee mit Milch - meine Alternative.
Ja, ich habe in Amerika bei Starbucks nach einiger Zeit nur noch schwarzen Tee mit Milch getrunken, ist eigentlich die beste Lösung. Aber welche Größe? Etwa Medium, Large oder X-Large. Nein, denn da stehen wir vor Problem 2:

(direkt via)

Auslandskrankenschein

Ich habe Husten und Schnupfen. Granada ist kälter als ich mir dachte - und deswegen hab ich Idiot auf einen Auslandskrankenschein vergessen. Aber ich glaube, dass ich das schon überstehen werde. Ich habe 2 Monate Amerika auch ohne einen überstanden (war nicht die beste meiner Ideen).

Wohnen? Leben?

Berge aus dem Flugzeugfenster
Bei einem Kommentar auf einem anderen Blog ist mir gerade aufgefallen, dass ich mir nicht sicher war wie ich mich ausdrücken sollte. Auf die Frage wo ich wohne wollte ich schon mit ich lebe in... antworten. Aber eigentlich entspricht das nicht der Wahrheit. Ich wohne zwar in Graz, aber wo lebe ich denn? Oft bin ich versucht zu sagen, dass ich auf der Universität lebe, aber das entspricht nicht der Wahrheit. Nur ab und zu, und das aber nur wenn wirklich viel an Arbeit ansteht. Also: Wo lebe ich dann?
Als ich meine erste eigene Wohnung in Graz bezog dachte ich, dass ich Leibnitz verlassen würde. Leben würde ich nur noch in Graz und wohnen nur ab und zu in Leibnitz. Nun, dem ist nicht so. Ich habe seitdem nicht mehr als 4 Tage am Stück in Leibnitz gewohnt, habe aber immer stärker das Gefühl noch dort zu leben, in meiner kleinen Stadt. Zu einem Teil, der mich niemals verlassen wird. Ich blieb freischaffender Kellner auch nach dem Umzug nach Graz. Wenn ich nach dem Kellnern spätabends (oder eigentlich frühmorgens) die Bars betrat begrüßte mich manche/r überschwenglich weil ich mich wochen- und monatelang nicht blicken ließ. Per Messenger frage ich alle möglichen Leute was es neues gäbe. Welche Bar hat für immer ihre Türen geschlossen? Wer hat ein Tet-a-tet mit wem? Wer nicht mehr? Wie heisst die neue Pizzeria? Die Fragen also, die jedem auf der Zunge brennen, wenn man aus einer Kleinstadt kommt.
Lebe ich nun in Leibnitz? Ja, aber nur zu einem Teil. Wo ist der Rest also?
In Graz arbeite ich. Das kommt an erste Stelle und erst dann kommt wohnen. Und leben. In Graz verläuft mein Leben in geordneten Bahnen - ich gehe Dienstags zum Pubquiz, treffe mich mit Freundinnen und Bekannten in Kinos oder Cafes, bestelle einmal in der Woche chinesisches Essen und sauge sonntags die Wohnung. Es ist nur ein Teil "leben", es ist eigentlich mehr "Zeit verbringen".
Je mehr ich über diesen Gedanken nachdenke, desto mehr erkenne ich, dass ich eigentlich keinen definierten Ort habe andem ich lebe. Ich hatte in Syracuse gelebt, und in Salzburg. Ich lebte in Leibnitz, in Seminarzentren und auf Flughäfen. Derzeit lebe ich (auch wenn es nur kurz ist) in Granada, in einem ehemaligen Dominikanerkloster und auf der Universidad de Granada. . Ich lebe in Wien und irgendwann nächsten Jahres werde ich (wieder) in New York leben. Und sicherlich werde ich kurzzeitig auch in Zürich leben, bei einem Bekannten der es bis an die ETH geschafft hat.
Was will ich damit nun sagen? Keine Ahnung. Ich verzettle mich gerade gewaltig in meinen Gedanken, werde mir aber bewusst, dass ich angefangen habe keinen definierten Lebensort zu haben. Ich habe mein Umfeld, meine Kollegen und meine Freunde. Ortsunabhängig. Und ich glaube der Gedanke gefällt mir.

Internationalität

Eigentlich heisst es ja immer, dass die Universitäten ein Ort des internationalen Wissensaustausches sind. In Amerika war mir das zum ersten Mal bewusst, da drängelten sich Chinesen, Koreaner, Vietnamesen, Japaner, Brasilianer, Nigerianer, Italiener, Argentinier, Araber und Österreicher (ich) durch die Uni. Zurück in Graz war das dann ein Schock, wo war unsere Internationalität. Unsere Internationalität bezieht sich auf ein paar ERASMUS-Studenten und mehrere Post-Doc stellen. Hier in Granada ist das wieder das komplette Gegenteil - hier herrscht ein Gewusel und fast mehr Internationalität als in den Staaten. Ich war gerade in der Cafeteria, mit 4 Kollegen aus meinem Raum. Aber jeder hatte sich noch mit einem Bekannten verabredet und auf einmal standen da noch Studenten und Doktoren aus Palästina, Ägypten, Marokko und Korea. Faszinierend ist das jeder (mehr oder weniger) Englisch spricht und wir uns alle wunderbar verständigen können. So sehr ich auch diese Internationalität genieße, ich glaube dass ich sobald ich wieder in Österreich bin, ich wieder in meinem kleinen provinziellen Graz leben werde.

Fünf Leute

Fünf Leute im Labor: Ich, Xiao-Ping, Salvator, der lustige Tunesier und der stille Indonesier. 3 Kontinente und Englisch ist der kleinste gemeinsame Nenner.

Österreich kann auch schön sein

Berge im Nebel

Kantine

Die Kantine der Fakultät für Naturwissenschaften der Uni Granada ist richtig spanisch: Man geht mit einem dutzend Leuten hin, trinkt Kaffee und unterhält sich. Also ich nicht, ich spreche ja kein Spanisch. Aber es ist laut, crowded und alle gestikulieren wie wild. Und in Spanien kommt man sich schneller näher als man denkt, denn so kalt wie es in Granada ist und so schlecht isoliert wie die Gebäude hier sind kuscheln sich schnell die Leute aneinander. Auch wenn man gerade einmal seit 3 Stunden am Institut ist.

Internationales Essen

Egal ob in Spanien, egal ob in den Staaten oder in England, vielleicht aber auch am Balkan oder der Türkei: Es gibt ein Essen, das findet man überall. Leberwurst.

In Granada

So, ich bin in Granada. Ich habe es geschafft. Eigentlich ist das ja nichts besonderes, aber trotzdem - es gab da so Herausforderungen. Einchecken über das Internet bei lufthansa.de, dadurch kein Warten am Flughafen Graz. Den Flughafen Frankfurt kenne ich wie meine Westentasche. Ein Bier in Frankfurt und ich habe den gesamten Flug nach Madrid wunderbar geschlafen - mit dem Sleeper übrigens, der sein Geld komplett wert ist.
Nun, ich musste vom Flughafen Madrid nach Estacion Sur, dem Busbahnhof von Madrid. Ich hatte bereits ein Ticket (Internet sei dank) und mein Sitzplatz war reserviert. Aber wie zum Henker kommt man von A nach B wenn man der spanischen Sprache nicht mächtig ist und keinen Plan hat - also weder, Bus- noch Stadt- noch U-Bahn-Plan. Ich bin dann so lange vor einem Stadtplan gestanden bis mich ein anderer Passant fragte, was ich suche, und ich darauf mit Händen und Füßen ihm "Bus" und "Estacion Sur" zusammengestammelt habe. Mit einem kleinen Fingerzeit auf der Karte und ein wenig U-Bahn war ich dann dort, habe mich falsch angestellt und den Bus erreicht. Und: Spanische Raststättensandwiches sind zehnmal besser als jedes andere Sandwich, das ich irgendwo sonst gegessen habe. However, ich kam an. Chemiker aus Granada holten mich ab und jetzt bin ich in meinem Zimmer in einem Studentenheim, das sich in einem ehemaligen Dominikaner-Kloster befindet. Eigenes Bad, dafür kalt. Eigentlich ist ganz Granda kalt. So wie bei uns im Dezember. Richtig kalt.

True

Großer Fehler

Man wirft eine altes Erbstück um oder man tankt Benzin in ein Diesel-Auto. Man zerstört eine Kaffeemaschine oder man löscht versehentlich eine wichtige Datei. Aber es gibt Fehler, die wirklich schwer wiegen: Ich habe in meinem Stress und meiner Umnachtung einen Termin verschwitzt. Einen wichtigen. Einen mit Melanie. Gerade hat sie mir ein SMS geschrieben, dass sie 30 Minuten auf mich gewartet hätte - geht es noch schlimmer?

Cofani Funebri

Wer kennt denn Cofani Funebri? Niemand? Gut, das wundert eigentlich gar nicht, denn Cofani Funebri ist keine Firma wie Nestle oder Canon. Cofani Funebri mach Särge, und hätte ich keinen Freund der aus einer Bestatterfamilie kommt wüsste ich das sicherlich auch nicht. Aber Cofani Funebri hat mehr zu bieten als die Bretter die den Tod bedeuten: Cofani Funebri produziert auch Firmencalender. So wie Pirelli, nur anders.

Vorfreude

Ich freue mich auf Granada. Nicht nur weil es Granada ist, nicht nur weil ich dort ein bisschen Ruhe finden kann. Sondern weil ich gerne verreise, und immerhin war ich mein gesamtes Leben noch nie in Spanien. Mein Spanisch beschränkt sich auf "Ein Bier bitte1", aber ich werde mich dort sicherlich zurechfinden. Irgendwer wir schon Englisch können (Ist es eigentlich jemals irgendwem aufgefallen, dass wenn man in Europa in ein wärmeres Land als das eigene reisen will man mit Englischkenntnissen nichts anfnagen kann).
Aber auf was ich mich noch mehr freue ist die Reise an sich. Das Flugzeug, der Flughafen, die U-Bahn - mit Koffer in der Hand und Rucksack am Rücken. Die wuselnden Menschenmassen, die Internationalität von großen Flughäfen (ich liebe ja JFK und Frankfurt) und einfach diese Geschäftigkeit. Dazwischen die kleinen Cafes und Bistros (mit labbrigen Sandwiches) und Shops die Alkohol, Uhren und Koffer verkaufen (Wer kauft sich eigentlich in einem Flughafen einen Reisekoffer, wenn man das Gepäck schon aufgegeben hat und man einen großen Koffer gar nicht mitnehmen kann.

Kein Pendeln mehr

Ich warte gerade auf meine letzte Pflichtprüfung. Die, die ich so lange erfolgreich vor mir hergeschoben habe. Und gestern hätte ich die Prüfung gehabt, nur war der Professor nicht da obwohl ich es mit ihm persönlich ausgemacht habe. Oder gerade weil. Wie auch immer - ich stehe derzeit unter Zeitdruck und habe gestern von 2 Uhr morgens an gelernt, bin aber gestern erst um Mitternacht ins Bett gekommen. Heute noch einmal Wiederholen seit 4 Uhr Früh - ich bin komplett im Eimer.
Ach ja: Dafür aber ist mein Aufenthalt in Granada fix. Ein Assistent kümmert sich dort schon um ein Zimmer für mich, er bereitet meinen Laborplatz vor... kann es schöner sein?

Bis jetzt

Bis jetzt bin ich weder noch zu viel lernen gekommen noch habe ich an der Diplomarbeit weitgeschrieben. Dafür ist die Wohnung gesaugt und die Küche geputzt. Verdammt.

WTF

Trailer: Fanboys

Vor einem Jahr

Ich war diesen Samstag auf eine Geburtstagsfeier geladen, auf eine Geburtstagsfeier, die - welche Wunder - letztes Jahr um die gleiche Zeit war. Und ich muss sagen: So will ich jetzt auch Geburtstage feiern. Ein bisschen Rioja, dazu gegrillten Schafskäse im Speckmantel, eine Kürbiscremesuppe und dann einen Hirschbraten mit Schupfnudeln und Apfelrotkraut. Ein eigener Raum im thomawirt. Was will man eigentlich mehr?
Gut, ich habe mir ein wenig anderes erwartet: Letztes Jahr habe ich viele, viele alte Bekannte getroffen, die ich lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Damals waren auch sicherlich 40 oder mehr Gäste - am Samstag waren wir maximals 20 Leute. Dafür war die Auswahl etwas... seltsam. Bis auf den Bruder des Geburtstagskindes war ich der Jüngste. Und dann noch zwischen größtenteils Jus- und BWL-Studenten. Ich habe nichts gegen Jus- und BWL-Studenten, ein paar meiner besten Freunde studieren Jus und BWL. Aber irgendwie ist die Herangehensweise an ein Studium der Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften (in Graz jedenfalls) anders als die Herangehensweise an ein Ingenieursstudium. Nun, sei es denn - wir hatten sehr viel Spass.
Was mir aber erst am Sonntag auffiel war, dass ich vor einem Jahr noch dort stand und einen schwarzen Tee mit Milch trank. Dann war ich wieder weg - auf der Suche nach Christina. Schwer verliebt damals, jaja. Wobei es glaube ich damals schon aus war ohne dass ich es aber bemerkt hätte. Hm. Ich frage mich gerade, was ich damit sagen will.

Man kann es auch übertreiben

So finanziert dann so manche/r allein lebende/r Student/In dem Inhaber/ der Inhaberin der nächstgelegenen Pizzeria ihren/ seinen Urlaub.

Soviel zu Gender Mainstreaming.

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