Messalltag

Messalltag
Es ist zwar schon länger her - aber das hat doch gewisse Ähnlichkeit. Ganz ehrlich: Der Aufbau ist ziemlich gleich, aber was und wie gemessen wird ist komplett neu. Das alte Foto stammt aus dem dritten Pflicht-Analytik-Praktikum, und das ist jetzt ein Jahr her. Wenn ich mir recht überlege, ich sagte früher immer, dass ich nie auf der Analytik enden würde. Niemals. Schließlich gibt es kaum einen so faden Stoff, so trockene Theorie, so langweilige Vorlesungen. Und ausserdem hatte ich meine erste Analytikvorlesung gleich auf ein negatives Ergebnis geschrieben.
Und nun? Wenn man sich durch die Grundlagen gekämpft hat ist alles anders. Ich war damals wohl etwas zu voreilig, denn wie heisst das elfte Gebot? Du sollst dich nicht täuschen.

Freitage sind manchmal nicht ganz einfach

Heute ist ein grausamer Tag. Gestern war die Fakultätsvertretungsgrillfeier, auf der ich mich natürlich mit meinen Kollegen herumtrieb. War eine weltklasse Abwechslung, man trifft Leute, die man lange nicht mehr gesehen und schon fast wieder vergessen hat. Aber so es es nun: Wenn es eine gratis Grillerei und Freibier gibt kommen die Studenten immer aus ihren Löchern. Leider ist mir aber auch aufgefallen, dass so viele nicht mehr an der Uni sind, dafür aber viele viele neue Gesichter. Die ich alle natürlich nicht kenne - aber ein paar Schönheiten waren auch dabei, mit denen ich einmal ins Gespräch kommen sollte.
So stand ich dort mit dem Russen, meinem Kollegen und dem Herrn Doktor bis nach Mitternacht trank Bier, redete über Indiana Jones, Schwangerschaft und Flip-Flops. Richtig ausgelassen. Bis auf das eine mal, als uns ein Erstsemestriger erzählte, was er alles könne und das das gesamte Praktikum falsch organisiert sei. Und sowieso und überhaupt. Und dann erklärte er uns noch, dass man Nitroglycerin aus Zinkoxid und Schwefelsäure herstelle. Da war's dann aus.
Wir lösten uns dann zwischen Mitternacht und ein Uhr früh auf - und es wäre besser gewesen, wenn ich nach Hause gegangen wäre. Ich Idiot aber ging noch ins Mels auf ein Bier, und dann zum TU-Fest, wo ich Eva traf - eine Kollegin. Oder besser gesagt: Ich wollte gerade meinen Becher zurückgeben, als sich etwas in meinen Gürtel krallte und mir eine Wolke an unterschiedlichsten Alkoholdüften entgegenbließ. Ich war dann noch eine Stunde beschäftigt sie nach Hause zu bringen, kam um 3 bei mir an, aß noch etwas und ging schlafen.

Das Problem, das sich heute stellte war, dass ich um 9 einen Termin im Büro für internationale Beziehungen hatte - zwecks der Geschichte mit den Amerikanern. Und ich war alles andere als fit.

Eins ist für mich...

Zuerst die Arbeit...
...das andere für die Arbeit. Welches ist das wohl?
Ganz einfach: Das Natriumsulfit ist für mich, das brauche ich (nachdem sich herausgestellt hat, dass meine Sulfitlösung uralt und die Arbeit vom Vormittag für die Fisch' ist). Das Bier ist eigentlich eines, was wir spaßhalber analysieren. Weil es etwa 2 Jahre lang ungekühlt im Sonnenschein in der Fensterbank stand. Trinken will das keiner mehr...

3 Sprachen

Wie gesagt, ich bin für die Betreung von ein paar Amerikanern zuständig. Meine Kollegin und ich haben jetzt schon einen Bus gebucht, einen Buschenschank für einen Ausflug organisiert, uns nach Hostelpreisen erkundigt und was weiß ich noch. Und wir haben auch schon einen Willkommensflyer, auf dem nationale Besonderheit vermerkt sind, zusammengestellt. Dass man Trinkgeld hier anders gibt als in Amerika, dass man hier eigentlich nicht soviel Angst des Nachts auf verlassenen Straßen haben muss. Wie es hier mit Alkohol, Kinos und Taxis aussieht. Also all das, was man wissen sollte.
Und dort ist auch eine Tabelle mit Übersetzungen dabei. In 3 Sprachen: English - Deutsch - Österreichisch. Da findet man zum Beispiel das Trio "May I pick you up - Kann ich dich abholen - Ko' I di' o'huin". Oder mein persönlicher Favourit "Leave me alone - Lass mich in Ruhe - Schleich di'". Ich habe es bis jetzt noch nie so registriert, dass wir hier so a eigne Sproch hom.

Ciao, Principessa

Ich kann mich noch erinnern, als ob es gestern gewesen wäre: Ich fuhr mit dir zur Shopping City Seiersberg, um meiner Schwestern ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Es war der erste Tag mit dir und ich hatte dich sofort ins Herz geschlossen. Es folgten Festivals und Urlaube. Ich kann mich noch an Bibione 2004 erinnern, wo du mit mir, Chemo und den Beachvolleyballern einen wunderbaren Urlaub verbrachten. Und Siofok - ungarische Straßen waren nie so deins, aber auch das hast du überstanden. Und über den zerbrochenen Autoschlüssel in jenem Urlaub hast du dich auch nicht wirklich beschwert.
Es gab aber auch Momente, in denen wir uns uneinig waren. Als ich mit meinem Bruder zum Beispiel auf die Weinebene wollte - zum Snowboarden im Neuschnee. Und was machtest du? Du hast dich einfach nur geweigert. Du hast dich widersetzt mit deinem Dickkopf - und wir mussten nachgeben.
Jetzt ist dein Kotflügel rostzerfressen, die Einstiegsbleche zerbröseln beim Ansehen, deine Bremssättel reiben direkt auf den Bremsscheiben - es ist Zeit dich gehen zu lassen. Oder vielleicht nicht? Ich habe da einen Bekannten, der exportiert dich und deinesgleichen nach Afrika - wo es warm und trocken ist. Keine Nässe, kein Streusalz. Ich glaube es könnte dir dort gefallen.

Aber ich werde all das nicht vergessen, nicht Bibione, nicht Planneralm, nicht Obertauern, nicht Bad Aussee, nicht Wien, nicht Aerodrome, nicht nova.rock, nicht Siofok, nicht den Roadtrip, nicht Leutschach, nicht den A-Cup, nicht die Weihnachtsfeiern und nicht die Ausfahrten. Ciao, Principessa. Ciao, meine White Beauty.

Live-Tipp: Tom Waits - "Jockey Full of Bourbon"

Ein Handwerk

"Für mich ist es außerdem ein Handwerk. Es ist nicht nur etwas was vom Himmel fällt. Es ist nicht, dass man an seinem Panorama-Fenster sitzt und das Sonnenglitzern auf den Bäumen beobachtet und das Wild vorbeigehen sieht und es flüstert in dein Ohr. Es ist wirklich ein Handwerk, und es ist harte Arbeit. Es benötigt viel Disziplin und - hoffentlich - du wirst mit jedem Projekt besser."
Tom Waits

Nie wieder

Es gibt Dinge, die macht man nur einmal, zum Beispiel etwa ein Bärlauchomlette aus Maiglöckchen. Oder etwa unter Strom stehende Glühbirnenfassungen austauschen. Ich für meinen Teil habe am Sonntag eine Erfahrung gemacht, die mich gelehrt hat etwas anderes nie wieder zu tun: Kellnere nie wieder auf einem Kirtag.
Es ist Sonntag, 6:30 und der Wecker klingelt. 6:30 ist für einen Sonntag einfach falsch, grundsätzlich falsch. Die Schöne neben mir kann weiterschlafen, ich hingegen muss leicht verkatert aufstehen und mich in Schale werfen. Gegen 9 kömme ich mit meinem Bruder in St. Martin im Sulmtal an. Wir stehen nun in der Halle, treffen die anderen Aushilfskellner - man kennt sich einfach schon seit Jahren.
Plötzlich steht ein alter Mann im Steireranzug neben mir. "Ich habe das Buch geschrieben" schreit er in die Runde, und während alle anderen in schallendem Glächter ausbrechen denke ich mir nur, was das zu bedeuten hat. Frühmorgens von Methusalem angeschrieen werden, dass er DAS Buch geschrieben hätte. Wie sich in weiterer Folge herauskristallisiert ist es kein richtiger Kirtag - sondern die Präsentation der Kirtag-Chronik, einem Buch einer Broschüre, in der die Kirtage von 1970 bis 1998 verzeichnet sind. 30 Minuten später liest der alte Mann, das Ehrenmitglied des ESV St. Martin, stellenweise aus dem Buch vor, schläft dabei fast ein und redet neben das Mikrophon. Ich schwöre, ich hatte das Gefühl, es würde langsam mit dem Typen zu Ende gehen - insbesondere dann, wenn sich seine Stimme ein Dutzend Mal während 10 Sekunden überschlug.
Der Rest ist eigentlich uninteressant: Eine überlastete Küche, die einmal innerhalb 20 Minuten kalte Grillwürstl, fetttriefende Pommes und angebrannte Grillkoteletts ausgab; Bauern, die so im Dialekt sprachen, dass ich ihre Bestellungen partout nicht verstand. Der versammelte Eisstockschützenverein, der hinter der Schank die Getränke vorbereitete (Mein Highlight waren drei Männer, die zusammen über 210 Jahre auf die Waage brachten und zusammen sowie gleichzeitig eine (!) Mischung anrichteten). Herumstehende Trunkenbolde, Dorfschönheiten mit einem Hinterteil, das J.Lo verdreifacht, Proleten mit Zähnen wie die Anden (rauh, zerklüftet und dunkel) - einfach: Dorfkirtag.
Um 16:00 ging es nicht mehr, ich und mein Bruder rechneten ab und gingen. Einerseits, weil wir Freitag und Samstag Abend schon gearbeitet hatten, andererseits aber auch wegen dem größten Manko: der Musik. Es fing um 10:00 an, von da an spielten nur noch Freunde von Karl Moik und dem Musikantenstadl. Schlager in Reinform, in weißen Polyesteranzuügen, in Billigtrachten. Man versuchte teilweise gar nicht, das Playback zu verstecken. Grausam und wirklich verstörend.
Zumindest weiß ich jetzt, dass ich nie wieder auf Kirtagen arbeiten werde.

Besser

Ich weiß nicht genau wievie Zeit seit dem letzten Treffen verwangen war, aber am Montag Abend traf ich mich mit Vera. Es ist wirklich schon lange her - und das Treffen ging nicht von mir aus, sondern sie meldete sich bei mir. Ich hatte dieses Thema Ende letzten Jahres abgehakt, nachdem sie mir so unmissverständlich klar gemacht hatte, was sie von mir halten und wie sie über mich denken würde. Enttäuschend, dass ich so lange brauchte um mir über einen Menschen so klar zu werden; aber wir alle haben irgendwo unsere Schwachen Momente. Und Liebe macht blind. Zumindest war ich nicht so blöd in Selbstmitleid zu versinken sondern machte weiter.
Wir trafen uns im Eckhaus, sie verspätete sich und setzte sich zu mir als ich schon einen schwarzen Tee mit Milch trank. Warum sollte ich denn auch Alkohol trinken? Muss ja nicht sein, was sie aber nicht verstand. Es fing an mit Smalltalk, sie beugte sich quer über den Tisch oder ich missinterpretierte einiges. Bis ich ihr erzählte, dass ich nicht mehr Single sei. Von da an gab es kein anderes Thema mehr, überhaupt keines. Sie wollte alles über Sophie wissen, wer sie sei, ob sie sie kenne, ob sie hübsch sei (Was für eine Frage), ob sie schlau sei, was sie mache, wer ihre Freunde seien. Ich hielt mich nur zurück - denn obwohl ich nicht gerne auf böse Zungen höre, hielt ich das für die beste Entscheidung. Und immerhin kommen wir beide aus der selben Landei-Provinz, wo jeder jeden kennt.
Sie sagte, sie sei viel ausgeglichener geworden. Selbstbewusster. Sie könne sich selbst mit Stolz entgegentreten. Und sie habe gelernt, mit ihren Neurosen umzugehen - was mir nur ein müdes Lächeln abrang. Sie erzählte mir, was ich tun sollte, um mein Leben aufregender zu gestalten. Um Abwechslung in den Alltag zu bekommen, um Verantwortung zu übernehmen, um Abschalten zu können.
Ich habe mich in den letzten Monaten noch nie so gelangweilt wie an diesem Abend. Es war alles so - belanglos, uninterresant. Es waren aufgesetzte Sprüche. Es waren Belehrungen von jemandem, der nur Stücke meines Lebens kennt und nicht einmal die wichtigen aus meiner Kindheit und Jugend. All die Erfahrungen, die mich so seltsam machen wie ich bin. Das beste an dem Abend war, wie die Kellnerin zu kassieren kam. Und ich bin schon lange nicht mehr so zufrieden über mich selbst eingeschlafen. Mit der Gewissheit, keinen groben Fehler begangen zu haben.

Betreuung

Eigentlich bin ich ja derzeit mit Arbeit eingedeckt. Einerseits durch die Diplomarbeit, die etwa 55 bis 65 Stunden die Woche in Anspruch nimmt, andererseits aber auch durch das Kellnern, worauf 15 bis 25 Stunden die Woche entfallen. Dazu kommt jetzt, dass ich letztes Jahr für ein Forschungsprojekt in Amerika an der Syracuse University war und dieses Jahr kommen ein paar Amerikaner zu uns. Jetzt sind Betreuer gesucht und ich habe mich gerade freiwillig gemeldet. Nicht, weil mir gerade zu fad ist - sondern weil ich auf diese Sonderlinge wieder gespannt bin. Nicht, dass ich etwas gegen Amerikaner habe; aber sie sind so nett und süß, wenn man ihnen von Europa erzählt. Und ich bin mir sicher, dass die hilflos sein werden.

Vorgestellt werden

Kürzlich auf einer Hochzeit, auf der ich kellnerte (es war nicht der Bräutigam):

Darf ich vorstellen: Meine zukünftige Ex

Blu’s “MUTO-Animation” auf öffentlicher Mauer



(via)

Baumhäuser

Es gibt Dinge, die nie an Faszination verlieren. Baumhäuser zum Beispiel sind solche Dinge, sie erinnern mich immer an Versteck- und Abenteuerspiele der Kindheit. Die deutsche Firma "baumraum" zum Beispiel baut professionelle Baumhäuser. Wenn ich jetzt Geld hätte, eine Haus und einen eigenen Baum dann würde ich mir sofort eines bauen lassen.

Musik meines Lebens #3

The Killers: "When You Were Young"

Als im Sommer 2006 soviel passierte, auf das ich gerne verzichtete hätte rettete mich etwas. Es war ein Job, aber nicht nur irgendeiner. Ich lag im Freibad und mein Handy klingelte. Am anderen Ende war eine Dame der Ausstattungsabteilung der Satel-Film und Bavaria Film. Es sollte eine Fernsehfilm in meiner schönen Südsteiermark gedreht werden und man suche einen Mitarbeiter, der hier sowohl Region als auch Leute kenne, Zeit hätte und die Arbeit nicht scheuen würde. Ich weiß nicht wer auf mich verwiesen hat und nachdem ich eigentlich in jenem Sommer Uniprüfungen machen wollte, lehnte ich ab. Aber nur für 2 Sekunden, denn nachdem sie mir sagte, ich würde täglich einen dreistelligen Eurobetrag verdienen sagte ich sofort zu.
Die Konditionen waren etwas anders als gedacht, immerhin arbeitete ich pro Woche nicht die vereinbarten 60 Stunden, sondern etwa zwischen 80 und 100 Stunden. Dennoch war das einer der interessantesten Jobs, die ich je hatte. Bis auf die stressige Regisseurin waren alle Setmitarbeiter freundlich und zuvorkommend, zeigten mir Tricks und erklärten mir die Hierachie am Filmset.
Anscheinend lernte ich gut genug, um zum nächsten Film mitgenommen zu werden, einem Projekt in Bad Aussee bei dem ich so lange mitarbeitete, wie es mir mein Sommerurlaub gebot. Dort zahlte man mir ein Hotelzimmer, Kilometergeld für meine Anreise sowie noch eine vergrößerte Essenspauschale. Es geht jetzt aber nicht so sehr um das Geld, das ich verdiente. Es war der Umgang mit den Mitarbeitern. Es waren neue Leute, die mich nicht so mitleidig ansahen wie die Freunde zu Hause, es waren Leute die von mir Arbeit forderten und trotzdem nachher mit auf ein Bier gingen.
Wieviel kann ich davon erzählen. Nicht nur von den Kniffen, die man im Film nicht sieht. Nicht nur von den Tricks der Kameraleute und den Fixieraktionen. Den improvisierten Schlammlöchern und Obstständen. Ich habe bis heute noch Kontakt zum Requisitenfahrer und immer wenn ich in Wien bin versuche ich ihn zu erreichen. Wir hatten soviel Spaß an der Hotelbar und es war einfach befreiend. Auch als ich im Auto von Arbeitsort zu Arbeitsort fuhr und nur die Killers hörte, die damals gerade ihr neues Album "Sams Town" veröffentlicht hatten. Es war irgendwie doch noch ein schöner Sommer.

Kompletter Soundtrack

Das nächste Mal probiere ich noch mehr

Das kann ja nicht sein. Am Samstag war ich Schuhe kaufen, probierte über 10 Paar durch und als ich dachte ich hätte sie - gekauft. Aber nun komme ich drauf, dass sie mir doch zu eng sind. Verdammt. Und die waren nicht billig.

Meine Kollegen

Eigentlich fühle ich mich davon nicht betroffen, aber ich kann mir so manche Kollegen aus meinem Umfeld vorstellen, auf die das zutrifft.

Gasflaschen müssen gesichert werden

Gasflaschensicherung

Wohin?

Ich stelle mir gerade ein paar Fragen, seitdem ich das gesehen habe. Es ist es gar nicht einmal soviel Zeit vergangen, seitdem ich mitten in meinem Teenager-Alter stand. Vor nicht allzulanger Zeit stiefelte ich noch in die Schule - Tag für Tag. Und nun bin ich aus dem trauten Heim ausgezogen, wohne allein und habe ien Büro auf der Uni.
Wohin sind die Zeiten, in denen ich noch in zerissenen Hosen durch die Stadt latschte? Wohin die Abende, als ich mehrere Tage aufeinander durch die Bars meiner Heimatstadt zog ohne am nächste Tag im Kater zu versinken? Wo sind all die zerlatschten es-, DC- und Airwalk-Schuhe hin? Wo sind die hunderttausend Halsketten und Armbänder aus Holzperlen, Alienköpfen und Flechtwerk? Wo sind die Nächte hin, in denen ich stundenlang PC-Spiele spielte? Wohin verschwanden all die Partyaffären? Wo sind die wilden Parties, die in verlassenen Häusern und entlegenen Wäldern stattfanden? Wo die Skatechallenges? Die Mopedfahrten? Die Sorglosigkeit?
Irgendwie bekomme ich nostalgische Gefühle, wenn ich daran denke.

Heureka!

Es funktioniert. Entgegen all der Rückschläge aus den letzten Wochen - mein Sensor spricht an. Und zwar so wie er sollte. Ich glaube es kaum - es funktioniert. Weltklasse. Ich glaub ich tick' nicht mehr richtig.

Südsteirische "Toskana"

Panorama der Südsteiermark

2

Ich komme jetzt erst drauf, dass es inzwischen 2 Jahre sind. Irgendwie vergesse ich solche Daten immer. Wobei das Datum ja eigentlich sowieso zu den unwichtigeren gehört.

Strip

Eigentlich war ich gestern arbeiten. Für 10 Stunden die Gäste einer Hochzeitsfeier bedienen. Klingt jetzt nicht so nach den größten Spass, war aber doch nicht so ein Graus und dafür dass man dazu noch Geld bekommt macht es doch ein wenig Freude. Auf jeden Fall wollte ich nach Ende des Arbeitens zu Ihr fahren, und fuhr in die falsche Bar - Sophie war mit ihrer Freundin, meinem Bruder und deren Gästen weitergezogen.
Dafür traf ich aber auf die Polterrunde der Mädls aus meinem Volleyballverein. Ein Pärchen, beide Mitglieder des Vereins, wollen nämlich nächste Woche heiraten. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, dass ihre Freundinnen mich dazu brachten. Ich weiß es nicht. Der Alkohol war es nicht - ich war ja nüchtern. Vielleicht war es Mitleid. Oder vielleicht ein wenig Freude daran selbst.
Jedenfalls passierte es, dass von Joe Cocker "You Can Leave Your Hat On" gespielt wurde, und ich schrittweise mich von Krawatte, Oberhemd, Gürtel und Hose befreite. Für eben jene, die in einer Woche heiraten würde.

Seitdem ich in Graz wohne, komme ich nicht mehr zum Volleyballtraining. Deswegen habe ich als Ersatz mein altes Trainingsgerät reaktiviert. Und irgendwie bin ich auch glücklich darüber, immerhin hat sich das für gestern gelohnt - sonst hätte ich gestern nichts anderes gemacht als meine Bier-Wein-Whiskey-Barbeque-Pizza-Wampe zu präsentieren.
Aber rückblickend: Es war verdammt peinlich.

Musik meines Lebens #2

CCR - "Have You Ever Seen The Rain"

Ich weiß nicht, ob es so seltsam ist - aber die stärkste Bindung zu Liedern habe ich zu jenen, mit denen ich eher traurige Momente verbinde. Dieses Lied hat mich nur kurz begleitet, aber nichts desto weniger kommen mir, sobald ich nur eine Textzeile höre, wieder die Gedanken aus jener Zeit in den Sinn.

Es war Sommer 2006. Es war heiß, ich hatte eine Arbeit bei einer Filmproduktion, ich war sensationell gescheitert - aber irgendwie war alles wieder im Lot. Zwar nicht stabil, aber es hatte sich ein Gleichgewicht gefunden.
Wir wissen aber nicht warum, aber mein damaliger Hund Ali fing an abzunehmen. Der Hund bekam größere Rationen, doch sein Gewicht noch sein Appetit schienen stetig und unaufhörlich nach unten zu gehen. Es fing Ende des Sommers an, ging über September und Oktober hin. Der Tierarzt fand nichts. Gar nichts. Ich war damit beschäftigt, den Hund über die Stiegen zu tragen, die Kraft reichte nicht mehr aus um das selbst zu tun.
Wir wussten was geschehen würde. Jeder wusste es, und natürlich wollte es niemand aussprechen. Am 26. Oktober wogen wir den Hund zum letzten Mal - wenn ich mich recht erinnere waren es noch ein weniger mehr als 25 Kilo. An jenen Tagen war es schon so weit, dass ich den Hund in den Garten trug, dass er dort sein Geschäft verrichtete. Und dort musste ich auch hilflos mitansehen, dass der Hund es nicht einmal mehr schaffte sich dafür auf den Beinen zu halten.
Der letzte Besuch beim Tierarzt war für den 31. Oktober geplant, aber hier wehrten wir uns noch. Es könne ja noch besser werden. Es könne sich alles ändern. Es könne ja noch soviel passieren. Ich fuhr dann am nächsten Tag, Allerheiligen, zum Tierarzt. Zusammen mit meiner Mutter, die schon auf der Hinfahrt kaum verständliche Sätze herausbrachte, weil sie mit der Gewissheit des Endes kämpfte.
Während in den folgenden Tagen nicht zu Hause war (seine zynischen Witze zur eigenen Ablenkung hätten wohl gestört), sah ich, dass meine kleine Schwester es wohl verstand, aber sich nur wenig anmerken ließ. Meine Mutter aber war aufgelöst. Am nächsten Tag fuhr ich zu IKEA, kaufte 3 Clips Bilderrahmen und hängte im Esszimmer ein Dutzend Fotos von uns und Ali auf. Es war sozusagen eine kleine Erinnerung.

Ich glaube, ich hatte nur wenige Tage davor in einer Folge "Cold Case" dieses Lied von CCR gehört, und lud es mir natürlich noch am selben Abend auf den MP3-Player, der das Lied in Endlosschleife spielte. Höre ich es jetzt, denke ich immer wieder an diesen Hund. Ich bekam ihn damals zu Beginn meiner Gymnasiumszeit, und er symbolisierte auch so etwas wie einen familiären Neuanfang, für jeden von uns. Nie wieder habe ich so einen gutmütigen, ruhigen, gelassenen Hund gesehen wie ihn.

Blasmusik

Ich weiß, dass heute der erste Mai ist. Ich weiß, dass heute Staatsfeiertag ist. Ich weiß, dass heute Christi Himmelfahrt ist. Aber das ist trotzdem noch kein Grund, dass eine Blasmusikkapelle um 6 Uhr früh vor Sophie Schlafzimmerfenster üben muss. Wirklich nicht.

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