Ingmar Bergmann

Von Peter Noster habe ich gerade erfahren, dass Ingmar Bergmann gestorben ist. Eigentlich treffen mich Todesfälle von Filmschaffenden nicht, aber dieses mal ist es etwas anders. Ingar Bergmann war für mich noch einer der letzten wirklich großen Regisseure, die weder Blockbuster noch krampfhaft "coole" und "ästhetische" Filme machten, ein Verlust für die Filmwelt.

Das ewig Weibliche

"Alles Vergängliche, Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche, Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche, Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan."
Goethe (Faust II, Vers 12104 ff. / Chorus mysticus - Schlussverse Faust II)

Video-Tipp: Reinhard Mey - "Über den Wolken"

Wenn ich mir das Video so ansehe, weiß ich, warum ich mich manchmal wirklich, wirklich alt fühle. Und ich denke mir, dass Reinhard Mey jetzt besser aussieht als früher.

Was ich gerne mag

Dinge

Es gibt Dinge, die ich wirklich vermisse. Ich bin jetzt seit 30 Tagen in Amerika, und ich habe mich jetzt schon an das Leben hier gewöhnt. Ich habe mich daran gewöhnt Kaffee zu trinken, als wäre er durch einen Ölfilter geronnen. Ich habe mich daran gewöhnt bei Starbucks einen Mokka zu bestellen und eine Latte Maccachiato mit Schokoladengeschmack und Schlagsahne zu bekommen. Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich beim Supermarkt zwar nur Gemüse mit Wassergeschmack zu hohen, dafür aber Fast-Food zu niedrigen Preisen kaufen kann. Ich habe mich daran gewöhnt, dass das Erdgeschoss der first floor ist.
Aber trotz all der Gewohnheiten, die inzwischen eingekehrt sind; trotz all des Alltag, der sich breit macht; trotz alledem gibt es immer noch Dinge, die ich vermisse. Ich vermisse mein Bett, denn hier schlafe ich auf weniger als 2 m² durchgelegener Matratze. Ich vermisse meine Hunde, die - so überdreht sie auch manchmal sein mögen - mich mit ihrem Schnarchen vor dem Fernseher entspannen lassen. Ich vermisse den Chemo, mit dem ich immer in Kino gehe und dann auf einen schwarzen Tee mit Milch ins Habana. Oder ich vermisse auch die Feiern in Graz mit all denen, bei denen ich dann übernachten kann - und am nächsten Morgen aufstehe ohne den Tag allein zu beginnen. Ich vermisse den Volleyballguru und die dazupassenden Seemudler aus dem Cesa.

Eigentlich komme ich ja aus einem kleinen Kaff und je weiter die Schulzeit fortschritt, desto mehr kam ich mit denen überein, die immer nur sagten "Ich will weg von hier". Ich habe während der Schulzeit nicht wirklich gute Freunde kennengelernt - bis auf einen - und deswegen dachte ich mir immer, es wäre für mich nicht schwer all das hinter mir zu lassen. Doch genau in jenem Sommer, nachdem ich das Gymnasium absolviert hatte, lernte ich Leute kennen, die ich heute um keinen Preis vermissen will.
Es sind solche, denen ich gerne in allen Situationen helfe, und eben auch solche, die immer ihre Hilfe anbieten. Und so etwas zu finden ist heutzutage mehr als nur schwer.

So abwechslungsreich Amerika auch sein mag: Es gibt genügend Gründe nach Hause zu kommen.
Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, was Reinhard Mey mit seinem Lied Ich hab' meine Rostlaube tiefer gelegt überhaupt sagen wollte. Im Gegensatz dazu verstand ich den Sinn des Liedes Mein kleines Dorf am Ende der Welt ziemlich schnell. Was es aber bedeutet genau das fühlen verstehe ich erst jetzt.

Skydiving



Das bin ich.

Fluch der Vornamen

Obwohl es abgedroschen klingt, des wohl schlimmste aller Vornamen ist und bleibt einfach Jaqueline. Gut, Frauen die diesen Namen tragen können nichts für ihr Los. Bei Männern ist das zwar ungleich seltener, aber wenn - dann auch ungleich schlimmer. Kevin ist für mich ein normaler Name obwohl manche sagen, Kevin sei ein besonders exotischer Name.
Wesentlich bösartiger waren aber die Eltern eines kleinen Jungen, dessen Name ich im letzten Sommer lesen durfte, denn dieser Junge war mit Jean-Jaque gestraft. Der Nachname war aber dafür typisch deutschsprachig, etwa in die Richtung Bierbacher. Ich bin mir sicher, wenn dieser Junge in die Schule kommt, wird er einige blaue Flecken nach Hause tragen. Kinder können so grausam sein.
Noch schlimmer müssen aber Eltern sein, die ihr Kind Pascal nennen. Das ist jetzt unabhängig von den dazugehörigen Nachnamen, wer sein Kind Pascal nennt hat einfach nicht alle Sinne beieinander - anders ist das einfach nicht zu erklären. Männer da draußen, hört mir zu: Solltet ihr den Namen Pascal tragen, lasst euch umbenennen! Anders geht das nicht. Wenn nicht zündet wieder ein Vanille-Räucherstäbchen an und feilt weiter an euren Fingernägeln.

Manieren

Ich habe keine Manieren. Definitiv nicht, denn das habe ich in letzter Zeit viel zu oft zu hören bekommen. Eigentlich nicht mit dem Satz "Du hast keine Manieren" sondern mit dem Satz "Doch nicht jetzt". Es gibt Leute, die sind wie ich und sind es trotzdem nicht. Wahrscheinlich kennt sich keiner aus, aber ich erkläre es einmal.
Manche Männer, die ich kenne, sind Männer wie man sie sich vorstellt. Dreckige Witze und sexistische Bemerkungen sowie andere Schweinereien die ich aufgrund allgemeiner Verhaltensregeln hier nicht aufzählen werde. Aber ein Teil dieser Männer verändert sich abrupt, sobald Frauen ihre Gesellschaft teilen. Wieso? Keine Ahnung - vielleicht sind sie zu verklemmt, um zu ihrer Art und Weise zu stehen.
Ich kann das nicht. Ich mache genauso chauvinistische, sexistische Witze in Gegenwart von Frauen wie in denen Momenten in denen sie nicht in mein Leben treten. Und dann kommen solche Meldungen (von maskuliner Seite) wie "Du bist so eklig" und "Doch nicht wenn Frauen hier sind". Frauen hingegen zucken bei solchen Witzen und Ansagen immer etwas zusammen, gerade so als würden sie ihr Prosecco-Glas fallen lassen. Ich sehe mich dafür als eine ehrliche Person. Gut es gibt auch Verhaltensweisen, die ich mir verkneife sobald ich in Gesellschaft bin - aber da ist es unabhängig vom Geschlecht.

Der größte Vorteil ist aber, wenn man so ehrlich und dreckig über Sex spricht, dass man die Spreuinnen von den Weizeninnen trennt. Dreckig über Sex zu sprechen ist nicht schwer, eigentlich ist es das gleiche wie ehrlich darüber zu reden - nur erkennen manche Menschen das nicht. Frauen, die auf dieses Thema einsteigen sind mir gleich einmal von Grund auf sympathisch. Über Sex mit Leuten des anderen Geschlechts im Freundeskreis nicht sprechen zu können ist pure Verklemmtheit. Und zwar so verklemmt, dass nicht einmal David Copperfield einen aus dieser Klemme rauszaubern könnte.
Männer die nicht darüber reden können kommen mir vor, als würden sie beim Sex ein bisschen greifen, ein bisschen kneten, dann alles schnell über die Bühne bringen um sich danach unter die Dusche zu stellen. Verklemmte Frauen sind in meinen Augen die, die vorher erst einmal eine halbe Stunde lang nur schmusen wollen, bis einem die Eier soweit aufgepumpt sind dass sie fast explodieren (was extrem ungut ist, wenn man unterbrochen wird und nicht zum Ziel kommt).

Was ist die Moral daraus? Keine Ahnung, wenn jemand erwartet, dass ich etwas von Moral verstehe, dann kennt man mich nicht. Mir ist halt nur wieder aufgefallen, dass sich manche Männer einfach nicht trauen mit Frauen ehrlich über Sex zu reden, und wenn das andere Männer in ihrer Gegenwart machen fühlen sie sich bedroht.

Video-Tipp: Lodger - "I Love Death"

Kreationismus

Damit dieser Blog nicht ganz und gar verfällt: Hier findet man einen guten Text über die Kreationisten und Evangelikale, die Probleme mit Darwins Evolutionstheorie haben.

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